Elisabeth von Aspern, Tobias Graf-Carl: Das Hotelgespenst

Tom Shark 1Serie: Tom Shark – Der König der Detektive 1
Marctropolis/Phasenmusik, im Vertrieb von Alive AG, 21.06.2013
1CD, Krimi/Thriller, EAN: 4042564143287, Laufzeit: ca. 70 Min., 9,99 EUR
Sprecher: David Nathan, Simon Jäger, Uve Teschner, Gordon Piedesack, Helmut Krauss, Martin Sabel, Ingo Albrecht, Santiago Ziesmar, Karen Schulz Vobach, Wolfgang Bahro, Patrick Bach, Wolfgang Jürgen, Bodo Wolf, Marie Bierstedt, Michael Prelle
Dialogbuch: Tobias Graf-Carl nach einer Vorlage von Elisabeth von Aspern
Regie: Marc Fehse
Gesamtleitung: Marc Fehse
Musik, Schnitt, Sound FX und Sounddesign: Dennis Schuster
Covermotiv von Mark Freier
www.marctropolis-verlag.de
www.freierstein.de
www.desound.de
www.piedesack.de
www.santiago-ziesmer.de

„Nur wenige unserer Hörer kennen diesen kühnen Mann, kennen ihn nur aus kurzen Notizen der amerikanischen Presse, die schon seit Jahren von seinen kühnen, oft fast unglaublich anmutenden Heldentatet zu berichten weiß. Tom Shark, der unübertroffene Meisterdetektiv ist nun endlich heimgekehrt.“

STORY
Kaum wieder aus den USA in seiner ursprünglichen Heimatstadt Berlin angekommen, wo er sich eigentlich zur Ruhe setzten wollte, sieht sich der berühmte Detektiv Tom Shark schon wieder in einem neuen Kriminalfall gegenüber. Auf dem Empfang, den die amerikanische Gesellschaft ihm zu Ehren organisiert hat, wird Shark von Mr. Thomson angesprochen, in dessen verschiedenen Hotels geheimnisvolle Diebstähle an den Gästen stattfinden. Nicht nur, dass die Gesellschaft den Schaden ersetzen muss, leiden auch der Ruf der Hotels, sowie das Vertrauen in die Hotelleitung unter den Verbrechen.

Gemeinsam mit seinem Freund und Chronisten Pitt Strong mietet sich Tom Shark im Londoner Hotel Bristol ein, um vor Ort den Fall zu lösen.

„So froh ich auch war, dass wir der Hektik New Yorks entkommen waren, schwante mir doch, dass der Frieden in unserer neuen Heimat nicht allzu lange währen sollte.„

MEINUNG
Seit Marctropolis mit SCHREI DER ANGST – FEEDER quasi aus dem Nichts das Hörspielparkett aufgerollt haben, haben sich die Braunschweiger mit den kompromisslosen Produktionen (sowohl, was Härte und Blutgehalt, als auch die technische Umsetzung anging. Da wurde auch mal während der laufenden Produktion umgeplant und umbesetzt) von sich reden gemacht und eine stets wachsende Fangemeinde aufgebaut. Ein Status, den die Jungen Wilden unter anderem mit dem Gruselwestern SKINWALKER und dem One-Shot MANALTAK kontinuierlich ausgebaut haben. Mit TOM SHARK setzt die Marctropolis-Hörspielschmiede erneut schon alleine in Sachen Technik neue Maßstäbe, denn das Hörspiel ist in „Headphone Surround 3D“ produziert, was ein besonders intensives Kopfhörer-Hörerlebnis verspricht.

Mit TOM SHARK haben sich Marc Fehse und Team erstmals einer klassischen Vorlage angenommen und sie via oben genannter State of the Art-Hörspielbearbeitung ins Jahr 2013 katapultiert. Die gleichnamige Romanreihe aus dem Verlagshaus Freya stammt aus den Vorkriegsjahren 1929 – 1939 und brachte es auf sage und schreibe 553 Ausgaben. Es folgte eine zweite, weit kürzere Reihe und eine Nachkriegsreihe, die von 1949 – 1951 im Baustein-Verlag (Ausgaben 1-3) und schließlich im Moewig-Verlag (Ausgaben 4-60) lief.

Geschrieben wurde die Reihe unter dem Pseudonym „Pitt Strong“, der auch als Sharks Kumpel in der Serie auftritt und hinter dem sich die Schriftstellerin Elisabeth von Aspern verbirgt (sie ist bei der Marctropolis-Reihe als Autorin angegeben).

DAS HOTELGESPENST ist auch tatsächlich der erste Roman der ersten Tom Shark-Serie und auch mit den zwei weiterhin angekündigten Folgen bleibt man der Originalreihenfolge treu. (Daten von www.romanhefte-info.de)

Privatermittler Tom Shark ist ein Mann der Tat, hemdsärmlig und mit scharfem Verstand, doch ohne das affektierte Getue der verkopften (Hörspiel-)Detektivkollegen Sherlock Holmes oder Professor van Dusen. So lässt Tom Shark seinen Freund und Sidekick Pitt Strong auch schon mal in Verkleidung als seine Ehefrau auftreten, wenn es der Lösung eines Falles dienlich ist. Man merkt also schon bald, dass der Humor hier nicht zu kurz kommt und sich auch nicht subtil gibt, was dem ganzen Wesen von Tom Shark entspricht. Er ist zwar gebürtiger Deutscher, hat jedoch offenbar die Cowboymanieren seiner zeitweisen Wahlheimat Amerika verinnerlicht, was für manchen Schmunzler beim Hörer sorgt. Auch der Kriminalfall um die geheimnisvollen Hoteldiebstähle weiß mit seinem klassichen Aufbau und mit seien überraschenden Wendungen zu überzeugen

Die akustische Kulisse – Geräusche und Musik – sind passend ausgewählt bzw. produziert und machen es leicht, in die Zeit der 1920er einzutauchen.

Als akustischer „Bühnenschmuck“ sind sogar einige kleine Dialoge enthalten, die das politische Umfeld dieser Zeit – der Siegeszug des Nationalsozialismus – wiedergeben.

Als Hauptrollensprecher werfen sich der vielbeschäftigte Gordon Piedesack  als Tom Shark und der einzigartige Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Spongebob Schwammkopf, Ferkel aus Winnie Puh, Matthew Broderick, Steve Buscemi) mit hörbarem Elan die Bälle zu. Auch die übrige Besetzung kann sich hören lassen. So sind hier u.a. Simon Jäger, David Nathan, Uve Teschner, Helmut Krauss und Marie Bierstedt dabei. Eine deutliche Steigerung gegenüber den ersten Marctropolis-Produktionen.

Das Covermotiv von Mark Freier ist zwar sehr gut gelungen, sieht aber sehr nach „Chicago 1930“ aus und vermittelt so eine falsche Erwartungshaltung. Auch der nicht unerhebliche komödiantische Anteil der Geschichte ist aufgrund des Titelbilds nicht zu erahnen.

FAZIT
Marctropolis TOM SHARK ist das, was BUTLER PARKER sein wollte. Überzeugend produziert und unverkrampft inszeniert. Schon nach dieser ersten Folge bedauert man, dass nur drei Episoden geplant sind. „Darauf ’ne Ägyptische.“

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