Der schöne Körper der Deborah

Deborah CoverOriginaltitel: Il Dolce corpo di Deborah, Italien, 1968
Edition Tonfilm, 01/2013
Standard-Edition: 1 DVD im Keep Case (die ersten 500 davon im Schuber), Limitierte Editionen: 111 Stück große Hartbox, 99 Stück große Hartbox im VHS-Retronachbau
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Sprache/Tonformat: Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Untertitel: Deutsch
Regie: Romolo Guerrieri
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Darsteller: Carroll Baker, Jean Sorel, Ida Galli, Luigi Pistilli, Michel Bardinet, Valentino Macchi, George Hilton

Musik: Nora Orlandi
Bonusmaterial: italienischer Kinotrailer, Wendecover mit 2 neuen, zusätzlichen Postermotiven, sehr umfangreiche Bildergalerie, Rollenrisse, deutscher Vor- und Abspann der Kinofassung, Booklet, Nostalgietrailer “Der schreiende Schädel” (deutscher Kinotrailer von 1962), extra italienische Originalsprachfassung mit deutschen Untertiteln

STORY
Das frischgebackene Ehepaar Marcel (Jean Sorel) und Deborah (Carroll Baker) befinden sich während ihrer Hochzeitsreise auf Station in Genf. Auf der Straße sieht Marcel einen alten Freund wieder, der ihn jedoch ohne zu grüßen stehen lässt. Bei einem nochmaligen Treffen beschimpft dieser Marcel als Mörder von Suzanne, einer Ex von Marcel, die nach der Trennung Selbstmord begangen hat. Von Schuldgefühlen geplagt, will Marcel herausfinden, ob er tatsächlich für Suzannes Tod verantwortlich ist, weil er entgegen seinem Versprechen, nicht zu ihr zurückgekehrt ist. Als Wiedergutmachung für Suzannes Tod erhält Deborah eine Todesdrohung. Auch in Nizza wird das Paar die Schatten der Vergangenheit nicht los und die mysteriösen Vorfälle häufen sich noch. Zusätzlich stört ein aufdringlicher Nachbar (George Hilton) das junge Glück.

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MEINUNG
Mit DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH legt Edition Tonfilm einen lange erwarteten Klassiker des italienischen Thrillers in einer mustergültigen Edition auf. Der Film an sich versteht es zunächst, das vermeintlich glückliche und unbeschwerte Pärchen Marcel und Deborah zur landläufig schönsten Zeit ihres Lebens zu zeigen. Doch plötzlich ziehen Schatten über dem Paradies auf und Marcel wird mit einem gebrochenen Versprechen und dessen tödlichen Auswirkungen aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Ab hier wird’s mysteriös, der Film bekommt etwas mehr Zug und bedient sich sogar dezent beim klassischen Gruselfilm, wenn Marcel in einem verlassenen Haus Musik (eins von Suzannes Lieblingsstücken) hört oder dort eine Telefon klingelt, das gar nicht angeschlossen ist. Leider wird diese Stimmung stets unterbrochen durch ausgedehnte, absolut belanglose Szenen des Ehepaars beim müßiggängerischen Zeitvertreib. Das kostet den Film dann auch immer wieder empfindlich Spannung. Zugegeben sind die Klamotten dabei eine echte Schau.

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Dass es mit dem kontaktfreudigen Nachbarn in Nizza noch eine überraschende Bewandtnis haben wird, ist fast vom ersten Augenblick an klar (und damit nicht mehr überraschend), da wohl kein Produzent Giallo-Star George Hilton in einer unbedeutenden Nebenrolle verheizen würde.

Der Joker des Films ist der US-Export Carrol Baker, die in den USA als zweite Marilyn Monroe aufgebaut werden sollte und dort auch durchaus einige große Erfolge verbuchen konnte (GIGANTEN, BABY DOLL, DIE GRÖSSTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN), jedoch Mitte der 1960 nach Europa ausgewandert ist. Co-Star Jean Sorel (BELLE DE JOUR, NACKT ÜBER LEICHEN, MALASTRANA, DER SCHAKAL) war lange Zeit ein vielbeschäftigter Bestandteil des europäischen Kinos und noch bis vor wenigen Jahren im TV aktiv.

Nicht von ungefähr erinnert DEBORAH schlussendlich sehr an Sergio Martinos DER KILLER VON WIEN (bzw. eher umgekehrt, denn DER KILLER VON WIEN entstand drei Jahre später), denn auch hier wurde das Drehbuch von Giallo-Spezialist Ernesto Gastibaldi (DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS, DER SCHWANZ DES SKORPIONS, DIE FARBEN DER NACHT) verfasst.

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Trotz des verheißungsvollen Titels ein in allen Belangen recht harmloses Filmchen mit deutlichen Längen.

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