The Banquet

Originaltitel: Ye yan, China, 2006the banquet
Studiocanal (Kinowelt), Berlin, 06.06.2008
2 DVDs in der Steelbox, Action/Drama, EAN 4006680043388, ca. 126 Minuten
Bildformat: 1,78:1 (anamorph)
Sprachen: Deutsch, Mandarin (5.1 Dolby Digital), Untertitel: Deutsch
Altersfreigabe/FSK: 12
Darsteller: Zhang Ziyi, Daniel Wu, Zhou Xun, Ge You, Ma Jingwu, Huang Xiao Ming
Regie: Feng Xiaogang
Drehbuch: Feng Xiaogang (nach William Shakespeares HAMLET)
Musik: Tan Dun
Extras:  Kurzfeaturettes: „Die Kulissen“; „Die Kostüme“; „Der Regisseur“; „Der Choreograph Wu Shu“; „Die Schwierigkeiten beim Dreh“; „Der Tanz“; „Die Musik“; „Über die Produktion“; Interviews; Behind the Scenes (40 Min.); Fotogalerie; Cannes 2006 Promo-Reel; Trailer

http://www.studiocanal.de

STORY

907 nach Christus im aufgeriebenen China. Fünf Dynastien teilen sich die fragile Herrschaft im Land. Prinz Wu Luan (Daniel Wu) liebt die junge Frau seines Vaters, des Kaisers und begibt sich aus diesem Grund in die Fremde, wo er das Maskenschauspiel erlernt. Eines Tages erreicht Wu Luan die Nachricht seiner Stiefmutter Wan (Ziyi Zhang), das sein Vater tot ist, ihr Schwager Li (You Ge) den Thron besteigen und sie zur Frau nehmen will. Gleichzeitig schickt Li, der seinen Bruder ermordet hat, seine Handlanger aus, um auch den Prinzen zu töten und so seinen Anspruch auf den Thron zu festigen. Wu kann dem Anschlag entkommen und er macht sich auf den Weg zum Palast, wo Li derzeit seine Schwägerin umgarnt. Zum Schein geht Wan auf Lis Avancen ein, doch ihr Herz gehört ihrem Stiefsohn Wu Luan. Am Kaiserhof erlangt Wu Luang schließlich die Gewissheit, dass sein Vater vergiftet wurde und beschließt, ihn auf ebensolche Weise zu rächen.

Während der Krönungsfeierlichkeiten für die alte/neue Kaiserin konfrontiert Wu Luan seinen Onkel mit dem Mord an seinem Vater, indem er mit seiner Schauspieltruppe das Verbrechen nachspielt. Daraufhin wird Wu verbannt. Es gelingt ihm jedoch, unerkannt an den Kaiserhof zurück zu kehren. Während eines Banketts, das der neue Kaiser veranstaltet, kommt es zur Entscheidung.

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© Studiocanal

MEINUNG

THE BANQUET ist die chinesische Adaption von Shakespeares Dänendrama HAMLET, die sich  überraschend nahe an der Vorlage hält, auch wenn die Handlung ins China des 10. Jhds. verlegt wurde. Lediglich auf die Geistererscheinung von Hamlets (hier Wus) Vater wird hier verzichtet.

Unglücklicherweise ist man auch inszenatorisch dem Schauspiel etwas zu sehr verbunden, denn statt die Möglichkeiten des Mediums Film voll auszuspielen ist die Inszenierung zu großen Teilen theaterhaft-statisch ausgefallen. Die prächtige Ausstattung weiß dagegen sehr zu gefallen (der Herrscherpalast ist das bisher größte Filmset, das in China gebaut wurde) und auch die Drahtseil-Kämpfe, die die Gesetze der Physik ad absurdum führen, faszinieren. Eine Opulenz wie in den Hongkong-Vorzeigekunstfilmen TIGER & DRAGON und HERO wird hier jedoch nicht erreicht.

Einhergehend mit der formellen Statik bleiben auch die Figuren etwas hölzern, auch wenn man die Gefühle erahnen kann, die unterschwellig brodeln. In einer der intimsten Szenen des Films antwortet Wan auf Wus Aussage, das Schauspiel mit Maske wäre so schwierig, weil die Zuschauer keine Mimik sehen können, dass es ungleich schwerer wäre, im Aufwallen der Gefühle eine unbewegliche Maske spielen zu müssen.

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© Studiocanal

Vor allem Zhang Ziyi überzeugt auf ganzer Linie als Kaiserin Wan, die einen gefährlichen Eiertanz aufführen muss, um in dem neuen Kaiser Li keinen Argwohn zu erregen. Die Schauspielerin ist vielbeschäftigt und auch im Westen schon lange keine Unbekannte mehr, war sie doch unter anderem in TIGER & DRAGON, HERO, HOUSE OF FLYING DAGGERS und den US-Produktionen DIE GEISHA und RUSH HOUR 2 dabei. Auch Daniel Wu (IN 80 TAGEN UM DIE WELT, STADT DER GEWALT, NEW POLICE STORY) und Xun Zhou (CLOUD ATLAS) sind im Westen keine Unbekannten. Regisseur Xiaogang Feng ist seit 20 Jahren aktiv (auch als Drehbuchautor und Schauspieler), kenn jedoch wenig internationale Credits vorweisen.

FAZIT

Obwohl die SchauspielerInnen überzeugen, bleibt die optisch reizvolle Version von Shakespeares HAMLET hinter ihren inszenatorischen Möglichkeiten zurück.

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