Graham Masterton: Das Atmen der Bestie

atmenHorror TB 46
Charnel House, USA, 1978
Festa Verlag, Leipzig, 10/2012
Taschenbuch, Horror/Thriller, ISBN: 978-3-86552-135-4, 256 Seiten, 12,80 EUR
Aus dem Englischen von Felix F. Frey
Covergestaltung: Yellowfarm unter Verwendung verschiedener Quellen 

http://www.festa-verlag.de

http://www.grahammasterton.co.uk/

http://yellow-farm.com/

„Der Name des Dämons lautet Coyote, manchmal wird er auch der Erste, der Worte zur Gewalt benutzte, genannt. Er wird allgemein als ein Dämon der Verwirrung, des Zorns, des Streites angesehen, abgesehen von seiner unersättlichen Gier nach Frauen.“

 STORY

Als der alte Seymor Willis John Hyatts Büro  im Gesundheitsamt betritt, um ihm zu sagen, dass sein Haus Nacht für Nacht atmet, ist dies der Auftakt zu einem Trip, der tief in die indianische Mythologie und ihrer barbarischen Dämonen führt. Bereits die Ortsbesichtigung in Willis Haus fordert ein Opfer: Hyatts Kollege Dan Machin, der fortan im Koma liegt und ebenso atmet, wie es das Haus getan hatte. Nach einem weiteren unerklärlichen Unfall in dem Haus stößt Hyatt auf die indianische Legende des „Ersten, der Worte zur Gewalt benutzte“. Ein barbarischer Dämon, der einst gebannt wurde, indem sein Atmen, sein Herzschlag, sein Blut und sein Haar an verschiedenen Orten versteckt wurden. Doch die Zeit der Rückkehr ist nun da. Die Teile des Dämons finden im heutigen Los Angeles wieder zusammen und Coyote bahnt sich seinen Weg zurück in die Welt.

„Dann schien die Luft selbst sich zu verdunkeln und aus dieser Dunkelheit heraus kam etwas, das mit Bryan Corder und Dan Machin gar nichts ehr zu tun hatte. Es war eine gespenstische Erscheinung: ein Geist von unheimlicher Dichte, gebildet aus verrenktem Fleisch. Eine Art negatives Glühen umgab die Gestalt, ein Glühen aus düsteren Schatten oder glühender Leere.“

MEINUNG

CHARNEL HOUSE (was korrekt übersetzt Beinhaus oder Leichenhaus bedeutet) wurde bereits 1978 veröffentlicht und kann damit als Roman gesehen werden, mit dem sich Graham Masterton nach seinem Erfolgsroman THE MANITOU (1976) entweder als beständig guter Autor profilieren musste oder der schlicht von der Popularität und vom Erfolg des Erstlings zehren sollte. Nach der Lektüre tendiere ich stark zu Letzterem, schon alleine, da beide Romane im Großen und Ganzen dem gleichen Handlungsschema folgen und auch bemerkenswert ähnliche Zutaten aufweisen: Ein Dämon aus der Indianischen Folklore soll in der Moderne wiedergeboren werden, eine Gruppe Leute erkennt dies und versucht die Bedrohung abzuwenden, während sich diese beständig steigert. Auch ein Krankenhaus als Schauplatz wichtiger Ereignisse ist gleich geblieben.

Dabei ist DAS ATMEN DER BESTIE ein typischer Vertreter seiner Zeit, der ganz ohne große Charakterentwicklungen oder Grautöne auskommt. Der Fokus liegt ganz auf der berechenbaren Story, die nach einem ganz akzeptablen Beginn im Schweinsgalopp abgefackelt wird und schließlich in einem infernalischen Finale endet. Erschwerend kommt hinzu, dass der Roman stilistisch etwas hölzern wirkt, was allerdings an der Übersetzung liegen könnte.

Das Taschenbuch erschien in exklusiver und bewährter „Festa-Lederoptik“ und ist wie gewohnt sehr gut gearbeitet, so dass nach der Lektüre keine Lesespuren zu erkennen sind, Das Coverbild ist eine Montage aus verschiedenen Quellen und weißt keinen Bezug zum Inhalt auf.

Nachdem bereits DIE OPFERUNG, DER AUSGEGOSSENE und BLUTERBE (und einigen Anthologiebeiträgen) bei Festa erschienen sind und Graham Masterton trotz seines bekannten Namens von großen Verlagen weitestgehend ignoriert wird, etabliert Verlagsleiter Frank Festa „Englands Großmeister der Angst“ nun (wieder) als Stammautor seines Verlags. Im November 2012 folgte IRRE SEELEN (OT: WALKERS); als limitierte gebundene Sammlerausgabe folgt im Dezember 2013 BESTIALISCH – UNMENSCHLICHE GESCHICHTEN (bestellbar nur direkt beim Verlag) als Originalausgabe.

FAZIT

DAS ATMEN DER BESTIE könnte durch die Nostalgiebrille gesehen ganz gut funktionieren, hätte man diese Geschichte im Grunde nicht schon mehrfach gelesen und wäre sie nicht weitestgehend vorhersehbar.

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