R.Evolver: Pol Pot Polka

cover-pol-pot-polkaEin Fall für Kay Blanchard 2
Evolver Books, Wien, Juni 2013
Taschenbuch, Krimi/Thriller/Mystery, ISBN: 978-3-902910-18-9, 174 Seiten, 12,00 EUR
Covergestaltung: Arthur Alexander
www.evolver.books.at
http://www.myspace.com/revolversuniverse

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„Fragmentarische Sequenzen meiner letzten konkreten Erinnerung flammten über die innere Leinwand. Es war ein Splatter-Movie über eine unheimliche Nazi-Insel im Mittelmeer und die gefährliche Klon-Experimente der perversen Wissenschaftlerin Inge Stein.“

STORY
Gerade noch wähnt sich Kay Blanchard, die promiskuitivste Agentin des MI6  in der Reha um sich von ihrem (u.a. horizontalen) Kampf mit Pseudo-Skilehrer Stadler zu erholen, da erwacht sie plötzlich ohne Erinnerung in einer regennassen Straße in Phnom Penh. Ein neuer Auftrag hat sie offenbar in die kambodschanische Hauptstadt geführt. Für die Suche nach ihrem Gedächtnis bleibt ihr wenig Zeit, denn ihr auf den Fersen befinden sich golfspielende Zombies. Kann sie Johnny Rotten, der sich als ihr Kontaktmann ausgibt, tatsächlich vertrauen? Der weitere Verlauf ihres Abenteuers, das sie unter anderem zu einem Ordnen ledertragender Nonnen innerhalb einer kambodschanischen Nazi-Lifestyle-Enklave führt, wird es zeigen.

„Das hell erleuchtete Viertel am Preah Sisovath Boulevard säumte den Mekong River wie Glitzerschminke. Jetset rules. Chromblitzende Stretch-Limos mit Hakenkreuzfähnchen auf den Kotflügeln glitten majestätisch zu den exklusiven Restaurants und Bars in der City. Überall Glamour, umflort von einer vulgären Prise Diktatur. Die Kambodscha-Akte bei Amnesty International war sicher kilometerdick. Ja, das alles mochte dekadent sein, verwerflich und durchaus menschenverachtend … aber eben irgendwie auch sexy.“

MEINUNG
Mit einem kleinen Zwischenspiel knüpft POL POT POLKA direkt an den Vorgänger THE NAZI ISLAND MYSTERY an. Eingeweihte erkennen es bereits an der Überschrift, denn der titelgebende Pol Pot ist eins der Gen-Experimente von Fr. Dr. Stein.

In Indochina geht es mit Volldampf weiter. Ohne Erinnerung stolpert die die sexy Superagentin Kay Blanchard in ein neues, lebensgefährliches Abenteuer, dessen Ziel sie zunächst selbst nicht kennt und das – wie sich am Ende zeigt – bereits auf „Nazi Island“ seinen Anfang nahm.

Bei dem Tempo, dass Autor R.Evolver hier vorlegt, kann man als Leser zwar schon mal den Faden verlieren, das Lesevergnügen wird davon jedoch nur unwesentlich beeinträchtigt. Hier sollte man es mit der sexgeilen Kay Blanchard halten, die die jeweiligen Gegebenheiten bestmöglich nutzt, z.B. indem ein Killerroboter mit veritablem Schwengel nach einem Neustart Marke Blanchard zum loyalen Freudenspender wird. So lassen sich auch Horden von hungrigen Golfzombies ertragen. Persönlich in eine Ledernonnenkluft zu steigen, lässt sich die Agentin dann doch nicht nehmen, um das Hauptquartier der Lifestyle-Nazis zu infiltrieren. Das Ende schlägt schließlich eine fiese Brücke zum Beginn des Romans und bietet gleichzeitig einen Cliffhanger für Band 3, der Kay Blanchard möglicherweise überraschende Verstärkung beschert.

Autor R.Evolver fackelt hier ein rasantes Hard-Boiled-Spionageabenteuer jenseits des guten Geschmacks ab, dass einem die Luft wegbleibt. Kurze Sätze, knackige Dialoge und heiße Nummern lautet die Devise. Die überschaubare Zahl von 174 Seiten (inkl. Vorworte des Autors und des Verlegers) sorgt außerdem dafür, dass sich keine Übersättigung einstellt. Dass man nicht alles hier bierenst nehmen sollte, versteht sich von selbst. Sehr gelungen sind außerdem die kurzen Kapiteleinleitungen, in denen der Autor  jeweils noch eine Soundtrackempfehlung mitgibt.

Der österreichische Evolver Verlag hat sich nicht nur mit den Kay Blanchard-Romanen zur dankbaren Anlaufstelle für alle Pulp-Fans entwickelt. Nicht umsonst nennen sich die Wiener „The new Home of Pulp“. Große Literatur sucht man hier bewusst vergebens. Die Fans wissen jedoch schon längst, dass das nicht wirklich schlecht sein muss. Für eindeutige Qualitäten sprechen unter anderem Kapitelnamen wie „In Todestempel der Sadohexen“.

Die Covergestaltung von Arthur Alexander greift das grundsätzliche Design von THE NAZI ISLAND MYSTERY wieder auf, so dass sich ein gewisser Wiedererkennungswert einstellt. Ansonsten ist das Design eine Collage verschiedener Bilder und Symbole, die auch im Roman vorkommen. Größe, Layout und Schriftbild gefallen sehr gut. Lediglich die Klebebindung ist sehr straff und unflexibel ausgefallen, so dass man die Seiten zum Lesen recht kräftig auseinander biegen muss.

FAZIT
Trashig, Sexy, Fast & Furious. Gegen Kay Blanchard ist James Bond ein Chorknabe. Für alle, denen THE NAZI ISLAND MYSTERY gefallen hat ohnehin ein „must-read“.

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