Edward Lee & Wrath James White: Der Teratologe

TeratologeBuchreihe: Festa Extrem 3
Originaltitel: Teratologist, USA, 2003
Festa Verlag, Leipzig, 24. Mai 2013
Taschenbuch, Horror/Thriller, ISBN: keine, 144 Seiten, 12,80 EUR
Aus dem Englischen von Markus Mäurer
Covermotiv von Christian Martin Weiss

http://www.festa-verlag.de

http://www.edwardleeonline.com/

http://wordsofwrath.blogspot.de/

http://www.christian-martin-weiss.com/

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„Er zuckte lustvoll zusammen, als Carols wurstgroßer Daumen über sein Rektum strich. Fadden konnte sich nicht daran erinnern, wie er hierhergekommen war, und nachdem sie ihn gezwungen hatte, die rosa Pillen zu schlucken, interessierte es ihn auch nicht mehr sonderlich. Seine Lust schwelte, und er würde nicht nachlassen.“

STORY

Der Journalist James Bryant und sein Fotograf Richard Westmore bekommen die Gelegenheit, den extrem publikumsscheuen Jungmilliardär John Farington für die Wirtschaftszeitschrift ‚Blue Chips‘ exklusiv in seiner abgelegenen Villa zu interviewen. In Wahrheit hat Farington jedoch ganz andere Pläne, als sich dem sensationsgierigen Publikum zu öffnen. In seinem Anwesen lässt er Gottesdiener mit einem experimentellen Medikament, das den Sexualtrieb ins Extreme steigert, gefügig machen und mit einer Horde missgestalteter Freaks nach allen Regeln der Kunst kopulieren. Sein ganzer Stolz sind seine zwei sogenannten Engel, riesige siamesische Albinozwillinge, die sich meist selbst genug sind, da sie jeweils über Penis und Vagina verfügen. So plant Farington, Gott höchstpersönlich in sein perverses Kabinett zu locken. Bryant und Westmore sollen bei diesem Vorhaben seine Zeugen und Biografen werden.

„Der Engel hat völlig Recht. In diesem Haus geht ganz schön kranker Mist vor sich. […] Religiöse Gallionsfiguren, die mit chemischer Unterstützung dazu gezwungen wurden, Invaliden und Missgebildete zu vergewaltigen. Wer konnte sich so etwas ausdenken? Welcher kranke Geist konnte solche Dinge überhaupt wollen?“

MEINUNG

„Die Teratologie ist die Lehre der Ursachen von Fehlbildungen durch Umweltfaktoren.“ (Wikipedia). Der Teratologe, von dem Edward Lee und Wrath James White in ihrer gemeinsamen Novelle berichten, ist der Milliardär John Farington, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Gott mit seinen perversen Spielen so wütend zu machen, dass dieser persönlich vom Himmel herabsteigt.

Wie nicht anders zu erwarten, fahren Lee und White hier Geschütze auf, die mit gutem Geschmack nichts mehr zu tun haben. Mit eindringlichen Schilderungen werden hier die Missbildungen einiger nahezu lebensunfähiger Individuen beschrieben. Doch damit nicht genug. Die ins Unnatürliche gesteigerte Lust und der Drang, diese mit allen Mitteln zu befriedigen, ist dann auch tatsächlich das unschöne Todesurteil für manche von Fanringtons ‚Gästen‘. Selbstredend wird hier auch mit allen möglichen Körperausscheidungen nicht gespart.

Beide Autoren wären jedoch nicht so erfolgreich, würden sie lediglich plan- und zusammenhanglos Obszönitäten aneinanderreihen. Wie auch bei Edward Lees anderen Romanen liegt hier eine nahezu klassisch-fantastische Idee (eine Figur mit Allmachtsfantasien) zugrunde, die mit ‚überzogenen Darstellungen sexueller Gewalt‘ modernisiert wurde. Außerdem muss man den Autoren bescheinigen, dass sie eine Story ohne unnötige Längen durchziehen können. Zwar hätte die Grundidee und die Figuren leicht einige Seiten mehr hergegeben, andererseits muss man dankbar sein, dass Lee und White nicht zu der Sorte Autoren gehören, die ihre Geschichten über Gebühr strapazieren. Die beiden Herren feuern ihre perverse Novelle in bewährtem Tempo ab, machen keine Gefangenen und verlangen ihren Lesern einiges an Magenstärke ab. Zartbesaitete und gottesfürchtige Gemüter sollten einen weiten Bogen um dieses Buch machen.

Erschienen ist DER TERATOLOGE als Band 3 der Reihe „Festa Extrem“, die exklusiv über den Verlag erhältlich ist und entsprechend auch über keine ISBN verfügt.

FAZIT

Auch die Zusammenarbeit mit Wrath James White beschert den Fans von Edward Lee wieder einen ultraharten Pageturner, der nach bewährtem Muster funktioniert.

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