Diverse: Green Arrow Megaband 1: Kampf um Queen Industries

GREENARROWMEGABAND1_SC_920Enthält: Tu das Richtige, Privilegiertes Leben, Bekanntheitsgrad, Green Arrows letzter Kampf, Alles aus Liebe & Hass, Wen Midas berührt, Liebhaber & andere Gefahren, Dr3ifach G3fahr (T3il 1): Viererbeziehung, Dr3ifach G3fahr (T3il 2): Angezählt, Dr3ifach G3fahr (T3il 3): Todeszone, Alles, was geht…, Spaß am Verderben, Wahre das Gesicht, Suzie Ming schlägt zu, Kopfgeld auf Green Arrow, Leere Worte
Paninicomics, Stuttgart, 23. Juli 2013

Originalstories: Green Arrow 0-13, 15-16, DC, USA, November 2011 – März 2013

Softcover, Action/Mystery, ISBN: 978-3-86201-595-5,
340 Seiten, 28,- EUR
Autoren:
Judd Winick, J.T. Krul, Keith Giffen, Dan Jurgens, Keith Giffen, Dan Jurgens, Ann Nocenti
Zeichnungen: Freddie Williams II, Rob Hunter, Dan Jurgens, George Pérez, Ray McCarthy, Ignacio Calero, Harvey Tolibao, Steve Kurth, Wayne Faucher, Freddie Williams II, Rob Hunter, Thomas Derenick, Art Thibert, Robin Riggs

Covermotiv von: Dave Wilkins

Aus dem Amerikanischen von Peter Thannisch

Seit „New 52“ – Der einstiegsfreundliche Neustart von gleich 52 DC-Comicserien – auch in Deutschland angekommen ist, veröffentlicht Paninicomics in schöner Regelmäßigkeit sogenannte Megabände der Serien, die sich aufgrund der überschaubaren Popularität bei monatlicher Veröffentlichung wohl nie rechnen würden,  z.B. HAWKMAN, BATWING, SUICIDE SQUAD, usw. Diese „Backsteine“, die oft mehr als einen kompletten Jahrgang an US-Heften zu einem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis bieten, sind damit definitiv an die Fans der jeweiligen Figur gerichtet. Im Fall „Green Arrow“ ist der Megaband 1 schlappe 340 Seiten stark und beinhaltet mit den Nummern 0 – 13 und 15 – 16 (Band 14 gehört zu einem HAWKMAN Crossover und erscheint im HAWKMAN-Megaband) gleich 16 Einzelausgaben an geballter Bogenschützen-Action. Das Modell, das Panini mit diesen Megabänden gestartet hat ist sehr zu begrüßen, nicht nur da man hier die volle Ladung eines Helden bekommt sondern auch sich über mehrere Ausgaben ziehende Storybögen am Stück genießen kann. Hier durchaus sinnvoll, da die meisten von Green Arrows Abenteuern auf je 2-3 Hefte verteilt sind.

DIE STORIES

Die Bohrinsel, auf der Oliver Queen – reicher Erbe von Queen Industries – eine Raveparty feiert, wird von dem Verbrecher „Red Eagle“ zerstört. Queen kann sich vor einer Explosion ins Wasser retten und strandet auf einer Insel, bevor er 12 Monate später als Rächer „Green Arrow“ nach Seattle zurückkehrt (GA 0).

Oliver Queen vernachlässigt seine Pflichten als Geschäftsführer von Q-Core, um als „Green Arrow“ eine Gruppe Verbrecher zur Strecke zu bringen. Diese verfolgen den Plan, die Hinrichtung des Helden zu einem Internetspektakel zu machen. (GA 1-3)

In der Queen Industries-Zentrale wird Oliver Queen von einer Killerin namens „Blood Rose“ aufgelauert. Kurz darauf macht er noch die Bekanntschaft von „Midas“, einem Monster mit übermenschlichen Kräften, das durch einen Giftmüllunfall entstanden ist. Green Arrows Team findet heraus, dass „Blood Rose“ ein Roboter ist und dass eine Verbindung von ihr zu „Midas“ bestht. (GA 4-6)

Aus dem Nichts wird Green Arrow von megasexy Drillingen angegriffen, die sich mit ihren Waffen bei ihm als Waffenentwicklerinnen „bewerben“ wollen. In ihrem Labor in Kanada lernt „Green Arrow“ ihren Vater Leer kennen, der sich mit Biogenetik und DNA-Experimenten beschäftigt. (GA 7-9)

Zurück in Seattle hält „Green Arrow“ eine Frau vom Selbstmord ab, die von sich selbst glaubt, ein Roboter zu sein. Die Spur führt zu dem Psychologen Dr. Cognate, der seine Patienten glauben macht, sie wären Maschinen, um auf diese Art ihre psychischen Probleme zu lindern. (GA 10)

Die Schulden, die Queen Industries-Geschäftsführer Emerson angehäuft hat zwingen Oliver nach China zu fliegen, wo der Mehrheitsaktionär Jin Fay ihm sein Aktienpaket im Gegenzug für eine neuartige Gesichtserkennungstechnologie überlassen will. Als Oliver ablehnt weiß er noch nicht, dass Jin Fay nicht nur über weltliche Verbündete verfügt. (GA 12-13)

„Green Arrow“ vereitelt eine Waffenlieferung am Hafen von Seattle und trifft auf den einäugigen Waffenhändler Harrow, der daraufhin ein Kopfgeld auf den Bogenschützen aussetzt. (GA 15-16)

MEINUNG

Auch der Robin Hood des DC-Universums erhielt mit „New 52“ eine Frischzellenkur inkl. neuer Serie. Der neue Green Arrow weißt keine äußerlichen Ähnlichkeiten mehr mit dem mittelalterlichen englischen Revoluzzer aus dem Sherwood Forrest auf. Natürlich war Green Arrows Look seit Neal Adams und Denny O’Neil diesen an Errol Flynns Robin Hood orientiert hatten, etwas antiquiert, doch das hat den Bogenschützen stets zu etwas Besonderem, zum „Normalo“ unter den monatlichen Weltenrettern des DC-Universums gemacht. Der „neue“ Oliver Queen ist ein smarter blonder Sunnyboy mit Strubbelfrisur, der seine „verantwortungsloser Millionärserbe“-Tarnung offen zur Schau trägt, ganz ähnlich dem Oliver Queen aus der derzeit erfolgreich laufenden TV-Serie ARROW. Aus dem fiktiven Star City vergangener Tage wurde das real existierende Seattle.

Das Manko der Serie, das in dieser gesammelten Form besonders deutlich wird, ist, dass diese Einzelgeschichten so gut wie nicht aufeinander aufbauen. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die einzelnen Abenteuer von unterschiedlichen Kreativteams realisiert wurden. Auch die durchgehende Hintergrundstory – die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Queen Industries – ist lediglich als Alibi vorhanden, ohne großen Einfluss auf die Geschichten zu haben. So wirkt  GREEN ARROW weniger wie eine durchgehende Serie sondern eher wie eine Sammlung von – offen gestanden unausgereiften – Miniserien. Zu oberflächlich und damit zu austauschbar sind Green Arrows Rivalen und auch seine Helfer im Hintergrund charakterisiert. Hier erkennt man deutlich, dass ein Held immer nur so gut ist, wie seine Gegenspieler. Gefühlt wird jedes Mal zum Beginn einer neuen Episode alles zurück auf „0“ gesetzt, so dass alle einigermaßen vielversprechenden Ansätze nahezu wirkungslos verpuffen. Mit diesem durchgehenden Zurückbleiben hinter ihren Möglichkeiten hinterlässt die neue GREEN ARROW-Serie einen schalen und enttäuschenden Beigeschmack.

Auch die hier enthaltene Nullnummer, die jede „New 52“-Serie im November 2012 erhielt und die jeweils eine aktualisierte Entstehungsgeschichte der jeweiligen Helden erzählt, steht in nahezu keinerlei Kontext mit dem Rest der Serie.

Dies ist umso unglücklicher, da grafisch streckenweise äußerst interessante Arbeiten abgeliefert werden. Besonders fällt hier die filigrane Arbeit von Harvey Montecillo Toliboa (3FACH G3FAHR) auf, die an das sehr coole Artwork von Kenneth Rocaforts für die ersten Ausgaben von RED HOOD UND DIE OUTSIDERS erinnert. Auch Freddie E. Williams Jr. gefällt als Zeichner sehr gut.

Insgesamt entsteht der Eindruck, als wüssten die DC-Verantwortlichen (noch) nicht recht, was mit dem wiederbelebten Bogenschützen nun anzufangen ist. Trotz Annäherung an den TV-ARROW will GREEN ARROW verkrampft zu viel Ähnlichkeit vermeiden (es gibt ja außerdem den parallel erscheinenden Comic zur TV-Serie). Andererseits fehlt es offenbar an Mut, wirklich durchgehend wild zu fabulieren. Bedauerlich, denn besonders die 3FACH G3FAHR-Storyline zeigt an, was möglich wäre. Dass das Ganze etwas zerfahren und richtungslos wirkt ist auch den DC-Verantwortlichen aufgefallen, die ab US-Heft 17 nochmals ein kreatives Lifting vorgenommen und mit Jeff Lemire (THE NOBODY, ANIMAL MAN, JUSTICY LEAGUE DARK) als Autor und Andrea Sorrentino (ICH, DER VAMPIR) als Zeichner ein festes und vor allem interessantes Kreativgespann für den grünen Bogenschützen verpflichtet haben.

FAZIT

Am Stück genossen fallen die Defizite der Serie deutlich auf. Ungenügende Charakterzeichnung und keine durchgehende Linie auf der Erzählebene lassen den neuen GREEN ARROW weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleiben.

Panini-Comics-logo

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s