Sherlock Holmes – Neue Fälle unter der Lupe: Die Hörspiele

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Selbst zu Lebzeiten seines Erfinders Sir Arthur Conan Doyle – so scheint es – war Sherlock Holmes nicht annähernd so populär wie in unseren Tagen.
Seit 1980 nach englischem Recht der Urheberrechtsschutz an den Figuren und ihren Namen erloschen ist, verfassen Autoren sogenannte Pastiches („künstlerische Werke, die offen das Werk eines vorangegangenen Künstlers imitieren“) mit dem wohl berühmtesten Detektiv der Welt. Diese Pastiches waren zunächst in erster Linie an Sherlock Holmes treue ‚Fanbasis‘ gerichtet, von denen sie zehren konnte. Naturgemäß sind solche ‚Nachahmerwerke‘ nicht in der Lage, neue Zielgruppen zu erschließen.
Einen gehörigen Popularitäts- und Imageschub erhielten die Figuren jedoch 2009 durch Guy Richies filmische Adaption von Sherlock Holmes‘ und Doktor Watsons Abenteuern – eine Fortsetzung folgte 2011 -, die den Detektiv und seinen Begleiter nicht als steife und verkopfte Sonderlinge, sondern – besetzt mit Robert Downey Jr. und Jude Law – als gutaussehende und zupackende Gentlemen zeigten und die die Figuren so einem neuen, jungen Publikum erschlossen haben.
Zur gründlichen Entstaubung der Figuren haben ebenso die Fernsehserien „Sherlock“ (BBC) mit Benedict Cumberbatch („Star Trek: Into Darkness“, „Inside Wikileaks“) als Sherlock Holmes und „Hobbit“ Martin Freeman als John Watson und die CBS-Produktion „Elementary“ mit Jonny Lee Miller („Transpotting“) als Sherlock Holmes und Lucy Liu („3 Engel für Charlie“) als Joan (!) Watson beigetragen, die beide in der heutigen Zeit angesiedelt sind.
Angesichts der inzwischen gewachsenen Anhänger- (und potentiellen Käufer-) Schar scheint es nur vernünftig, neue Geschichten mit Sherlock Holmes zu verfassen, um diese an die nun wesentlich größere Fangemeinde zu bringen. Das ist international, z. B. mit den „Young Sherlock Holmes“-Romanen von Andrew Lane oder den Romanreihen von David Pirie („Die Augen der Heather Grace“, „Die Zeichen der Furcht“ bei Bastei Lübbe) und Guy Adams („Der Atem Gottes“, „Die Armee des Dr. Moreau“ bei Panini) zu beobachten, wie auch besonders im deutschen Sprachraum, wo derzeit gefühlt kein Monat ohne ein neues „Sherlock Holmes“-Buch vergeht. Zusätzlich zu diversen Einzelromanen laufen derzeit vier Buchreichen mit regelmäßig erscheinenden neuen Abenteuern des Meisterdetektivs (KBV-Verlag, BLITZ-Verlag, Fabylon Verlag, Romantruhe).

Darüber hinaus scheinen „Sherlock Holmes“-Fälle wie geschaffen für Umsetzungen als Hörspiele. Am bekanntesten dürften die Adaptionen der ‚Kanon‘-Geschichten (Fälle nach Vorlagen von Arthur Conan Doyle) von Maritim sein, die von 2003 bis 2011 in insgesamt 60 Folgen erschienen sind.
Doch bereits zuvor – zu den Hochzeiten der Radiohörspiele – waren Holmes und Watson gern gehörte Gäste in den Wohnstuben der Republik. Davon zeugen z. B. die ungemein beliebten Produktionen des BR/SR mit Peter Pasetti als Sherlock Holmes und später des SWF/SWR mit Walter Renneisen und Peter Fitz in den Hauptrollen, die inzwischen alle als CD-Boxen/Download zu haben sind.

Sieht man sich die jüngere Zeitleiste der „Sherlock Holmes“-Hörspiele an (z. B. auf http://de.sherlockholmes.wikia.com), so ist diese lange Jahre von eben jener Kanon-Hörspielserie von Maritim dominiert, unterbrochen lediglich durch einige Rundfunkproduktionen.
Ende 2010 tauchen schließlich die ersten Pastiche-Hörspiele der Reihe „Sherlock Homes & Co. – Aus den Geheimakten der Meisterdetektive“ auf. Seit dem sind kurz hintereinander noch fünf weitere Hörspielserien gestartet, die allesamt – überwiegend exklusiv als Hörspiel – neue Fälle für den Meisterdetektiv bieten. Nach Abschluss der Maritim-Reihe Mitte 2011 wurden auf dem kommerziellen Sektor bis 2014 sogar ausschließlich Pastiche-Hörspiele neu produziert.
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Der komplette Artikel inkl. Einzelbesprechungen der verschiedenen Serien und Hörspiele ist im kostenlosen Magazin RATTUS LIBRI 141 [Rechtsklick > Ziel speichern unter] erschienen.

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