Uwe Voehl: Der Mörder in der Tiefkühltruhe

Der Mörder in der TiefkühltruheMurder Press, Bad Salzuflen, April 2012
Handgefertigtes Taschenbuch mit Schutzumschlag, Phantastik/Krimi/Kurzgeschichten, 86 Seiten + Vorsatzblatt, Privatdruck ohne ISBN, 12,00 EUR
Umschlaggestaltung: Jörg Kleuden

 http://uwevoehl.wordpress.com

https://www.facebook.com/jorg.kleudgen

https://de-de.facebook.com/pages/Murder-Press/410811765647334

„Die Truhe steht im Keller. In eine kaum zugänglichen Ecke. Licht schein es hier nicht zu geben. Selbst wenn sich der Deckel über uns lüftet, ist kaum mehr als ein rundliches Gesicht zu sehen. Ja, es wird immer fetter, kein Wunder, denn er lebt gut von uns.“
(Der Mörder in der Tiefkühltruhe)

Der Mörder in der Tiefkühltruhe
Nachdem Horst seine Frau Cordula auf deren eigenem Geburtstag mit ihrer besten Freundin Lisa betrogen hat, tötet Cordula beide im Affekt. Die Einzelteile der beiden Ehebrecher bewahrt sie in der Tiefkühltruhe auf, um sie bei Bedarf nach und nach herauszuholen.

Café Sherlock
Im dichten Schneetreiben rammt der Mörder nach getaner Tat eine Hauswand. Grund genug, das Auto stehen zu lassen und im nahen „Café Sherlock“ einzukehren, wo alles mit Requisiten alter Krimis dekoriert ist. Und die Gäste dort halten sich offenbar für verhinderte Detektive. Warum sonst behandeln sie ihn wie einen Verbrecher?

Mörderspiel
Auch bei seiner neuen „Internetbekanntschaft“ Sybille dürfte er leichtes Spiel haben. 3-4 Treffen mit süßen Schmeicheleien, danach ein Märchen über seine Geldprobleme. Doch in dem abgelegenen Etablissement, in dem er Sybille zum ersten Mal trifft, läuft etwas Seltsames ab.

Mords-Mord
Sein Verleger setzt dem Lektor Bergmann die Pistole auf die Brust: In sechs Tagen soll er das Konzept für einen Beststeller abliefern, das den Verlag endlich wieder aus den roten Zahlen holt. Eine Anthologie scheint die Lösung. DIE ultimative Krimianthologie in der in verschiedenen Geschichten der der Mord selbst ermordet wird und das Krimigenre damit selbst den Todesstoß verpasst bekommt. Und natürlich muss für entsprechende PR gesorgt werden.

Wo die Ostseewellen morden
Am Tiefpunkt seiner Karriere als Schlagersänger trifft Jürgen in einer Kneipe einen verschrobenen Alten und dessen Papagei. Der Alte behauptet, dass sein Papagei ihm einige der erfolgreichsten Schlager der letzten Jahrzehnte geliefert hat.

Black & Decker
Nicht nur, dass es um seine Werbeagentur derzeit nicht gerade rosig bestellt ist, nun erhält der Markenfetischist Müller auch noch eindeutige Drohbotschaften in schlechtem Deutsch, die ihn als Ehebrecher entlarven. Welcher Ehemann seiner zahlreichen Geliebten kommt dafür in Frage?

Komisch, das mit Omma
Alles scheint verändert, als Udo am Heiligen Abend die Straßen seines Viertels entlang streift. Geschäfte sind verschwunden, neue Häuser stehen in den Straßen und der Kiosk ist nun eine Drogerie. Auch in der Wohnung seiner Eltern öffnet niemand die Tür, als er klingelt. Genau wie vorher schon bei Omma.

Einfach malerisch!
Obwohl die Betreiber des Hotels, das die nächste Übernachtung auf Michaeles und Torbens Wandertour sichern soll, offenbar gerade weg sind, beschließen die beiden, das Gästehaus zu betreten und die reservierten Zimmer auf eigene Faust zu beziehen. Auch am folgenden Tag tauchen die Besitzer nicht auf und die hübsche Michaela und ihr dauernörgelnder Freund richten sich in dem Hotel ein. Eine Verletzung Torbens zwingt sie schließlich länger zu bleiben als geplant. Beide ahnen nicht, dass sie ständig beobachtet werden.

Am Tag, als der Sommer endete
Ganz plötzlich gähnt ein schwarzes Loch da, wo eben noch die Sonne am Himmel stand. Alle Leute am Strand sind erstarrt oder ergehen sich in sinnlosen Handlungen. Der Sommer ist endgültig vorbei.

„Er hatte im Chat rasch herausgefunden, dass sie leidenschaftliche Krimileserin war. Angeblich hatte sie sogar mal selbst welche geschrieben. Wenn er ehrlich war, so kannte er außer dem TATORT und den alten Edgar Wallace-Filmen kaum einen Krimi – geschweige denn, dass er einen gelesen hätte. Aber für entsprechendes Halbwissen reichten ihm die Besprechungen auf amazon.de, die er ihr gegenüber als seine eigenen Meinungen vorgab.“
(Mörderspiel)

MEINUNG
Mit seinen aktuellen Teutoburger Wald-Regionalkrimis um den Journalisten Moritz Morgenstern und Oliver Dickens (TOD & SCHINKEN, BLUT & RÜBEN und DINNER MIT MORD, alle bei Bastei Lübbe) hat Uwe Voehl endgültig den Sprung in die breite Popularität der deutschen Krimilandschaft geschafft. Ein weiter Weg von seinen Anfängen als Heftromanautor (teils unter Pseudonym) über langjähriger Herausgebertätigkeiten (vom „Vampir Horror-Taschenbuch“ bis zur aktuellen HORROR-FACTORY-Reihe) und (Exposé-)Autor für die Fortführungen diverser phantastischer Heftromanserien beim Zaubermond Verlag (VAMPIRA, DORIAN HUNTER, etc.). Trotzdem geht Uwe Voehl mit DER MÖRDER IN DER TIEFKÜHLTRUHE bewusst wieder einige Schritte zurück. Gemeinsam mit Kollaborateur Jörg Kleudgen hat er die „Murder Press“, das Krimipendant zu Kleudgens phantastischer „Goblin Press“ ins Leben gerufen, deren Ausgaben einzeln in Handarbeit entstehen und damit Unikate sind. In Ausstattung und Erscheinungsbild gleichen sich die beiden Editionen, zeichnet doch Jörg Kleudgen auch für die Gestaltung und die Herstellung der „Murder Press“-Bücher verantwortlich. Das Buch ist im A5-Format als „englische Broschur“ gefertigt. Dazu wurden A4-Seiten einseitig mit zwei aufeinander folgenden Seiten bedruckt, in der Mitte gefaltet, so dass sie je die aufeinander folgenden rechten und linken Buchseiten ergeben. Die offene Seite steckt jeweils in der Bindung, so dass die Falze den vorderen Buchschnitt bilden. Der mit eingebundene Buchumschlag besteht aus schmucklosem Karton, um den der Schutzumschlag mit Titel und Coverbild (vorne und hinten eingeklappt, nicht festgeleimt) gelegt ist.

Doch zum Inhalt: Uwe Voehl legt hier eine Sammlung von neun Kurzgeschichten vor, die eindeutig seine Affinität zum Krimi aber auch seinen Hang zur Skurrilität und die Lust an der makabren Komödie belegen und die in einem großen Verlag wohl kaum eine Chance auf Veröffentlichung hätten. Diejenigen, die das Büchlein beziehen werden allerdings wissen, wie der Autor tickt und sich den Band aus eben diesem Grund anschaffen. Dass Uwe Voehl ebenfalls ein ernsthafter Phantast ist, fließt auch in DER MÖRDER IN DER TIEFKÜHLTRUHE ein. So sind einige der Geschichten Grenzgänger zwischen den Genres, wie etwa die SIE/MYSERY-Variante EINFACH MALERISCH!. Das von Soundgardens Hit BLACK HOLE SUN inspirierte AM TAG, ALS DER SOMMER ENDETE beschließt die Sammlung sogar gänzlich phantastisch.

Zu beziehen ist das Buch zum Preis von 12,- EUR (+ Versand) direkt über den Verlag/Autor (uwevoehl(at)aol.com).

FAZIT
Auftaktband von Uwe Voehls Privatdruckreihe „Murder Press“, der die Vorliebe des Autors für skurrile, makabre und auch phantastische Krimigeschichten aufzeigt.

murder press logo

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