Robert E. Howard, Scott Allie: Solomon Kane – Schloss des Teufels

SOLOMONKANE_134Original-Storys: Solomon Kane 1-5: The Castle of the Devil
Paninicomics, Stuttgart, 20. Januar 2010
Paperback mit Klappenbroschur, Dark Fantasy/Horror, ISBN: 978-3-86607-890-1, 132 Seiten, 16,95 EUR
Zeichnungen von Mario Guevara
Cover von John Cassaday
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff

http://paninicomics.de/

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STORY

„Was tut’s, wo ein Mann ist, wenn er nur Gottes Willen tun kann?“ spricht der grimmige und gottergebene Puritaner Solomon Kane, der auf dem Wag von Frankreich kommend, den deutschen Schwarzwald erreicht. Dort erblickt er auf dem Gebiet des mächtigen Baron Staler einen gerade noch lebendigen Jungen, aufgeknüpft an einem provisorischen Galgen. Kane rettet den Unglücklichen vor dem Tod, was angeblich einer Herausforderung an den Baron gleich kommt. Kurz darauf erhalten Kane und sein zeitweiliger Wegbegleiter John Silent Einladung in das Schloss des Barons, das die Bauern des Landstrichs auch „Schloss des Teufels“ nennen, wurde es doch einst auf den Mauern eines Klosters errichtet, dessen Abt sich dem Satan verschrieben hatte. Der Baron selbst präsentiert sich als angenehmer Gastgeber und frommer Katholik, zu dem die herrschenden Gerüchte nicht passen wollen.

MEINUNG

Wie auch Kull, Bran Mak Morn und sogar Red Sonja steht auch Solomon Kane im Schatten von Robert E. Howards mit Abstand populärster Figur, dem Cimmerier Conan. Völlig zu Unrecht, zumindest wenn man diesen Comic als Maßstab ansetzt. Im Gegensatz zu den Abenteuern des Barbaren in seiner Fantasiewelt Cimeria wirken Kanes Abenteuer, der sich auf seinen Streifzügen durch ein „reales“ Europa und Afrika des 16. Jhdts. bewegt, trotz aller Fantasy- und Horroranteile realitätsverbundener und spartanischer. Wem dies mehr liegt als heroische Fantasy, der ist mit SCHLOSS DES TEUFELS gut beraten.

Trotz aller Strenge präsentiert Autor Scott Allie hier jedoch keine eindimensionale Gruselgeschichte, sondern legt den Fokus dieser fünfteiligen Erzählung zunächst auf die (zwielichtigen) Charaktere, von denen jeder etwas zu verbergen sucht. Von Beginn an ist unsicher, ob Baron Staler tatsächlich der fromme Zeitgenosse ist, der er vorgibt zu sein und auch die Rolle seiner persischen Ehefrau bleibt lange unklar. Lediglich Kane selbst erweist sich als linientreu aber auch mit einem gehörigen Quantum Naivität geschlagen, was den Zorn des puritanischen Fanatikers nur umso mächtiger macht.

SCHLOSS DES TEUFELS basiert auf einem Kurzgeschichtenfragment von Robert E. Howard, das als DIE BURG DES TEUFELS heuer auf Deutsch in der Geschichtensammlung DIE UNTER DEN GRÄBERN HAUSEN (Festa Verlag, August 2014) erscheinen wird. Phantastikspezi Scott Allie (BPRD, ABE SAPIEN, HELLBOY, BUFFY, STAR WARS) hat das unvollendete Skript zu einer runden Erzählung geformt, die ihre Spannung eben nicht nur aus den übernatürlichen Ereignissen, sondern ebenso aus der Undurchschaubarkeit der Personen zieht. Die Bilder von Mario Guevara Sr. (VICTORIAN UNDEAD) verströmen dazu europäisches Flair, was zwar auch dem Schauplatz Deutschland geschuldet ist, doch zum Großteil den außergewöhnlichen Zeichnungen mit ihrer dünnen, oft nur angedeuteten Tuschung. Große, tiefschwarze Schattenflächen sucht man vergeblich, alles sieht – unterstützt von Starkolorist Dave Stewart – fast handgemalt aus.

Die deutsche Ausgabe von Paninicomics entspricht der amerikanischen Paperbackausgabe der fünfteiligen Miniserie SOLOMON KANE (Dark Horse Comics, 2008). Im Ursprungsland folgten weitere Miniserien, die allerdings – obwohl der Buchrücken die Nummer 1 aufweist – leider nicht mehr den Weg zur deutschen Veröffentlichung fanden.

FAZIT

Großartiges Dark Fantasy-/Horrorcomic nach einer unvollendeten Erzählung von Robert E. Howard, das auf mehreren Ebenen großartig funktioniert.

Panini-Comics-logo

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