Alan Moore: Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Nemo – Herz aus Eis

DIELIGADERAUSSERGEWD6HNLICHENGENTLEMENNEMOHERZAUSEIS_Softcover_107Originaltitel: Nemo – Heart of Ice
Knockabout, USA, Februar 2013
Paninicomics, Stuttgart, 08. April 2014
Softcover, Fantasy/Steampunk/Mystery/Abenteuer, ISBN: 978-3-86201-952-6, 60 Seiten, 9,99 EUR
Zeichner: Kevin O’Neill
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Covermotiv von Kevin O’Neill
https://www.paninicomics.de
http://www.alanmoorefansite.com/

STORY
1925: Kapitän Nemos Tochter Janni Dakkar zieht mit ihrer Bande auf Papas Nautilus plündernd durch die Welt. Eine Gewohnheit, die längst keine Herausforderung mehr darstellt und ihr fast schon lästig ist. Da entdeckt Janni in den Aufzeichnungen ihres Vaters Notizen einer gescheiterten Antarktisexpedition, die sie beschließt zu wiederholen und auch zu Ende zu führen.

Nach einem Überfall auf die Königin Ayesha, setzt sich jedoch der „Techno-Abenteurer“ Jack Swyfte samt seiner Mannschaft auf die Spur der Nemo-Tochter, um sie zur Rechenschaft zu ziehen. Mit ihren Verfolgern im Nacken nähert sich Janni dem Südpol und ihr Weg führt sie direkt in die „Berge des Wahnsinns“

MEINUNG
Der Titel „Nemo“ führt etwas in die Irre, da eigentlich Nemos Tochter Janni Dakkar im Mittelpunkt dieser Geschichte steht. Ebenso wie ihr Vater hat auch sie eine Mannschaft um sich geschart, die aus Romanhelden viktorianischer Zeiten besteht, also eine Art „Next Generation“ der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Zum „Team Nemo“ gehören unter anderem „Denkmaschine“ Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen und Moby Dicks Ishmael. Weitere Auftritte in diesem Klassiker-Mash-Up haben Charles Foster „Citizen“ Kane, sowie die leibhaftige Göttin Ayesha (aus H. Rider Haggards SHE-Romanen inkl. zugehöriger „Hammer“-Filme). Janni Dakkar selbst geht nicht etwa auf Jules Verne sondern auf eine Figur aus Bertold Brechts DREIGROSCHENOPER zurück.

Einst haben Alan Moore und Zeichner Kevin O‘Neill mit ihrem Konzept einer fiktiven Heldengruppe bestehend aus einigen der größten (Pulp-)Romanhelden des viktorianischen Zeitalters für Begeisterungsstürme gesorgt und damit auch dem Steampunk-Genre gehörig Vorschub geleistet. Nach sechs Bänden (bereits in wechselnder Figurenkonstellation) ist der Originalitätsfaktor dieser Idee natürlich gehörig ausgereizt. Entsprechend fühlt sich HERZ AUS EIS an wie eine unoriginelle „Liga“-Kopie. Andererseits darf man nicht vergessen, dass als „Vorlage“ für diese Story Abenteuerpulps dienen, die ebenfalls kaum den Literaturnobelpreis gewinnen dürften. Die vorherrschende Oberflächlichkeit und Ausrichtung auf Action ist also möglicherweise Kalkül.

Alan Moore bleibt innerhalb seines „Liga“-Universums jedenfalls Janni Dakkar treu. Der nächste Band ist NEMO – DIE ROSEN VON BERLIN.

FAZIT
Oberflächlicher Abenteuer-Flick mit zahllosen Referenzen an die Geschichte der (phantastischen) Abenteuerromane. Die Erwartungshaltung an einen „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“-Band ist eine andere.

 Panini-Comics-logo

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s