Monsters: Dark Continent

Cover_Monsters_Dark ContinentOriginaltitel: Monsters: Dark Continent
Vertigo Films, Between The Eyes, International Traders, Großbritannien, 2014
Universum Film, München, 11. September 2015
1 DVD im Amaray Case, Thriller/Action/Science Fiction, ca. 114 Min., 12,99 EUR
Altersfreigabe/FSK: 16
Bildformat: 2,40:1 (16:9 anamorph)
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch DD 5.1, Untertitel: Deutsch
Regie: Tom Green
Drehbuch: Jay Basu, Tom Green
Darsteller: Joe Dempsie, Johnny Harris, Sofia Boutella, Sam Keeley
Musik: Neil Davidge

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STORY

Vier Freunde aus Detroit, Michael, Frankie, Inkelaar und der frischgebackene Vater Williams, die nicht wie ihre Väter in der Arbeiterstadt versauern wollen, melden sich zur Army. Ihr Einsatz führt sie in die Wüsten des mittleren Osten, wo zehn Jahre zuvor – wie auch in Mexiko (siehe MONSTERS) – außerirdische Sporen niedergegangen sind, aus denen sich inzwischen teils riesenhafte Lebensformen entwickelt haben. Um die außerirdischen Monster im Zaum zu halten, hat Amerika eine dauernde Militärpräsenz in diesem Gebiet aufgebaut. Da einige der amerikanischen Einsätze gegen die Monster Kollateralschäden unter der Bevölkerung fordern, gehen die Einheimischen mit Waffengewalt gegen die amerikanischen Soldaten vor. In dieses Pulverfass geraten die vier Freunde, die nun gemeinsam mit ihren beiden Vorgesetzten zu einer Mission ins Monstergebiet aufbrechen müssen.

Monsters DC Szene 1
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MEINUNG

Vier Jahre nach Gareth Evans Überraschungserfolg MONSTERS kommt mit DARK CONTINENT der Nachfolger ins heimische Kino. Dabei handelt es sich bei DARK CONTINENT nicht um eine Fortsetzung im klassischen Sinne, sondern um eine gänzlich neue Geschichte, die eben auch in der Welt von MONSTERS spielt. Ein Teil der Sporen, aus denen sich die faszinierenden Kreaturen entwickelt haben, ist offenbar auch in der Wüste des mittleren Ostens gelandet. Darauf wird im Film gar nicht weiter eingegangen, sondern so nur im Making-Of (im Bonusmaterial der DVD) erwähnt. Aufgrund der anderen Umweltbedingungen haben sich hier andere Kreaturen entwickelt als in Mexiko. Den Machern und vor allem den Effektleuten muss man positiv anrechnen, dass die Kreaturen doch über einen erheblichen Wiedererkennungswert verfügen; dass quasi dieselbe DNA für das Design verwendet wurde. Ansonsten bilden die Monster, wie schon in Teil 1, lediglich die Kulisse, vor der eine Geschichte erzählt wird, die grundsätzlich auch komplett ohne diesen SF-Hintergrund funktionieren würde. Insofern ist MONSTERS auch nicht zum Verständnis von DARK CONTINENT notwendig.

War es in Teil 1 noch eine etwas spröde Liebesgeschichte á la AFRICAN QUEEN, so erhält man hier ein waschechtes Kriegsszenario mit Kammerspielcharakter, das vor allem in der zweiten Hälfte mit überraschend emotionalen Momenten punktet und den Zuschauer von unerwarteter Seite packt. Und zwar derart, dass die Monster sogar bald als tödliche Gefahrenquelle vergessen sind. Stattdessen ist einmal mehr der Mensch des Menschen ärgster und tödlichster Feind, während die Außerirdischen nur versuchen, in ihrer neuen Umgebung zu überleben.

Monsters DC Szene 3
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Immer schärfer kristallisiert sich im Lauf der Handlung Sergant Noah Frater – brillant gespielt von Johnny Harris (SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN, BLACK DEATH) als tragischer Leading Man heraus, der außer dem Kampf nichts mehr hat, wofür es sich zu leben lohnt und der immer mehr dem Wahnsinn und der Sinnlosigkeit des Krieges anheimfällt. Seinen Gegenpart Private Michael … wird nicht weniger überzeugend von Sam Keeley dargestellt. Nachdem die Einheit empfindlich dezimiert wurde, müssen beide den Film über nicht unbeträchtliche Strecken alleine bestreiten.

Auf den einschlägigen Filmplattformen musste DARK CONTINENT viel Häme einstecken, wahrscheinlich da er die – ob mit oder ohne Absicht – geschürten Erwartungen unterläuft. Für diejenigen, die sich nach einem Blick auf das Filmplakat ein „Marines vs. Monsters“-Geballer der Marke STARSHIP TROOPERS (der ja auch zwischen den Zeilen eine Botschaft transportiert hat, die jedoch von vielen wahrscheinlich nicht wahrgenommen wurde) erhoffen, wird DARK CONTINENT eine herbe Enttäuschung sein. Diejenigen jedoch, die sich unvoreingenommen auf den Film einlassen, bekommen – nachdem einige Kriegsfilmklischees abgehakt sind – ein etwas sperriges aber intensives Drama präsentiert, mit Bildern von teilweise elegischer und surrealer Schönheit, die man eigentlich auf der großen Leinwand sehen sollte.

Wie schon in Teil 1 bewegen sich die riesigen, tentakelbewehrten Monster langsam und majestätisch zwischen Gebäuderuinen oder vor Gewitterblitzen am nächtlichen Himmel; Einige kleinere Exemplare sprinten wie Antilopen auf einer Safari zwischen den Army-Jeeps umher. Hier haben die Effektspezialisten ganze Arbeit geleistet, ohne dass die Tricks jemals die Handlung überdecken.

Monsters DC Szene 2
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FAZIT

DARK CONTINENT ist das seltene Beispiel einer absolut eigenständigen Fortsetzung. Keine Monsteraction, wie es das Coverbild suggeriert, sondern ein Kriegsdrama vor einem surrealen SF-Hintergrund.
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