Spring – Love is a Monster

Spring_CoverOriginaltitel: Spring
XYZ Films, USA, 2014
Koch Media, München,
08. Oktober 2015
1 DVD im Amaray Case, Horror/Romance/Science-Fiction, ca. 105 min, gesehen 11/2015 für 9,99 EUR
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch, DTS HD-Master Audio 5.1, Untertitel: Deutsch
Bildformat: 2.35:1 (16:9)
Altersfreigebe/FSK: ab 16
Regie: Justin Benson, Aaron Moorhead
Drehbuch: Justin Benson
Darsteller: Lou Taylor Pucci, Nadia Hilker, Shane Brady u.a.
Musik: Jimmy Lavalle

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STORY

Nach dem Krebstod seiner Mutter findet sich der junge Evan (Lou Taylor Pucci) alleine und komplett ziel- und haltlos in seinem Leben wieder. Um sich selbst wieder zu finden, beschließt er, auf unbestimmte Zeit nach Italien zu fahren. Ein Plan, den er einst mit seinem ebenfalls verstorbenen Vater fasste. In einem Küstenstädtchen lernt der Kalifornier die schöne Louise (Nadia Hilker) kennen, der er gerne näher kommen würde. Zwar ist das Interesse beiderseitig, doch Louise schreckt vor einer dauerhaften Bindung zurück, denn sie hütet ein tödliches Geheimnis.

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MEINUNG

Mit SPRING legen die beiden Nachwuchstalente Justin Benson und Aaron Moorhead (RESULUTION – CABIN OF DEATH, V.H.S. VIRAL) eine Love-Story der etwas anderen Art vor. Dabei beginnt alles, wie es sich für eine ordentliche Romanze gehört. Die Geschichte wird sogar sehr dramatisch begonnen, indem der junge Evan nach der langen Krankheit seiner Mutter plötzlich alleine dasteht und keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Er wagt den Schritt ins Unbekannte, bricht die kaum vorhandenen Brücken in der Heimat ab und reist als Rucksacktourist nach Italien. Als Fremder in dem fremden Land verliebt er sich in einem Hafenstädtchen Hals über Kopf in die schöne Italienerin Louise, die ihrerseits Sympathie für den unbeholfenen Amerikaner empfindet. Aus körperlicher Anziehung erwächst bald mehr und doch stößt sie den verwirrten Evan mehr als einmal von sich. Lange vor Evan lassen die Macher den Zuschauer die Gründe für Louises Verhalten erahnen. Ihr Studium der Evolutionsgenetik, wie auch ihre Ähnlichkeit mit den Frauen auf einigen historischen Gemälden sind demnach kein Zufall. Auch der Vergleich Louises mit den sagenhaften Sirenen scheint weniger weit hergeholt als es man zunächst annehmen sollte, denn die geheimnisvollen Todesfälle, die sich in dem Örtchen zutragen, gehen auf ihr Konto. Bis es soweit ist, vergeht jedoch geraume Zeit, die Drehbuchautor Justin Benson im Dienste der eingehenden Charakterzeichnung nutzt. Umso mehr fühlt man sich dem zwar verlorenen, doch weitestgehend vernünftigen Evan verbunden und umso intensiver färben seine wechselhaften Gefühle auf den Zuschauer ab.

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Unterm Strich hat man hier eine reinrassige und zeitweise tragische Liebesgeschichte vor sich, nur dass die Unbilden, denen sich die Pärchen in Liebesfilmen vor dem Happy End gemeinhin stellen müssen, durch Louises „Fluch“ der zeitweisen Verwandlung in ein Monster ersetzt wurde. Also ist SPRING auch irgendwie die mediterrane Variante einer Werwolfgeschichte, die allerdings überflüssigerweise mit Anleihen an Lovecrafts Monsterwelt kokettiert, was sich bereits auf den diversen Filmplakaten zeigt. Die wissenschaftlich begründete Erklärung für Louises Verwandlungen kann man innerhalb der Logik der Geschichte ohne Probleme schlucken, ihre Transformation in ein Tentakelwesen – wie in einer Szene zu sehen – macht jedoch vor diesem Hintergrund überhaupt keinen Sinn.

Den Löwenanteil daran, dass SPRING am Ende doch so hervorragend funktioniert, fällt in erster Linie den beiden Jungstars Lou Taylor Pucci (CARRIES, EVIL DEAD) und Nadia Hilker (ALARM FÜR COBRA 11 und demnächst in den Abschlussteilen der DIVERGENT-Serie) zu. Diese tragen den Film nicht nur erstaunlich souverän, sondern harmonieren zudem ausnehmend gut miteinander. Da vergisst man gerne, dass nicht alles 100% rund läuft und man im Grunde eine absolut hanebüchene Geschichte vorgesetzt bekommt.

Auch Produktionstechnisch geht der Film uneingeschränkt in Ordnung. Die Effekte sind handwerklich überzeugend und pointiert eingesetzt, da wo sie auch Sinn machen. Überhaupt machen Justin Benson und Aaron Moorehead als Regisseure, Kameraleute und Cutter in Personalunion einen großartigen Job, der Lust auf mehr von diesem Duo macht. Das unaufgeregte Erzähltempo, die wunderbare Mittelmeer-Location und ein nicht zu übersehender künstlerischer Anspruch sorgen darüber hinaus für ein entspanntes Arthouse-Feeling

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Horror-Freaks werden an SPRING eher wenig Freude haben, denjenigen jedoch, die offen an die Sache gehen und eine überraschende Geschichte zu würden wissen, sein SPRING vorbehaltlos empfohlen. Für mich eine der positiven Überraschungen des Jahres.

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