Levin Kurio, Marte Kurio-Deiterding, The LEP, Simon Traschinsky: Horror Schocker 38 – Bigfoot County USA

hs38Weissblechcomics, Raisdorf, Januar 2015
Heftformat, Horror/Phantastik/Science-Fiction/Mystery, ISSN 1860-983X, 36 Seiten, 3,90 EUR
Zeichnungen:
Daniel Haas, The Lep, Levin Kurio
Covermotiv von Levin Kurio

https://weissblechcomics.com/


Auch auf dem Styx, über den der Fährmann Charon die Sterblichen in die Unterwelt übersetzt, lauern Gefahren, ebenso wie in der Welt der Sterblichen, wie die drei folgenden Geschichten beweisen:

Der Bigfoot
Als ihre Propellermaschine über den kanadischen Wäldern abstürzt, können sich die Heroinschmuggler Rick und Jerry mit ihren Fallschirmen retten. Sicher gelandet machen sie sich auf die Suche nach dem Wrack, in dem sich immer noch die Tasche mit dem Rauschgift befindet. Statt auf das Flugzeug stoßen sie jedoch auf den Bigfoot, der sich nach dem Genuss einiger Erdnussriegel als handzahm erweist. Zurück in der Zivilisation schickt ihr Boss Rick und Jerry zusammen mit zwei Aufpassern wieder in die Wälder, um seinen Stoff zu bergen. Erneut treffen die Schmuggler auf den Bigfoot, doch inzwischen hat dieser das Heroin gefunden, das ihn in eine Killermaschine verwandelt hat.

Schauermärchen aus Fernost
Der Besuch von Masuda bei seinem Freund Shiro hat nicht nur sentimentale Gründe. Nach außen hin müssen sich beide als gute Amerikaner geben, doch im Inneren pflegen sie ihre japanischen Werte und Glaubensvorstellungen. Einem Plan folgend laden sie Kisten mit einer unheilvollen Fracht in einen Laster und beliefern damit den Luftwaffenstützpunkt Pearl Harbor.

Messie!
Von seinen täglichen Beutezügen kehrt Robert Traschnik stets mit einer gut gefüllten Tasche an brauchbaren Dingen in seine Wohnung zurück, die vor Müll und Unrat bereits überzuquellen droht. Doch es hat auch seine Vorteile, eine Wohnung voll brauchbarer Dinge zu haben, in der man sich vor unliebsamen Besuchen verbarrikadieren kann.

MEINUNG

Auch die 38. Ausgabe der Horror Schocker bietet wieder kurzweilige und originelle Gruselunterhaltung. Zwar erinnert der drogenberauschte Bigfoot frappierend an den Klappentext von Erik Williams BIGFOOT CRANK STOMP (dt. bei Voodoo Press), doch sieht man das gerne nach, da hier wieder hervorragende Weißblech-Unterhaltung mit Moralbotschaft geboten wird. Man kann sogar, wenn man das möchte, in jede der drei hier enthaltenen Geschichten einen moralischen Subtext hineininterpretieren. Sei es eine Warnung vor Drogen, auf deren Konsum die zwangsläufige Verrohung und der Abstieg in den sittlichen und moralischen Sumpf folgen. Oder etwa die Furcht vor fremden Kulturen, die unsere liebgewonnene und vermeintlich sichere Lebensweise unterwandern und damit ein Gefühl der Unsicherheit schüren. Das Gastautoren/-zeichner-Team Simon Traschinsky und Daniel Haas (SCHAUERMÄRCHEN AUS FERNOST) haben diese Bedrohlichkeit hervorragend umgesetzt, indem sie die Figuren ihre Sätze großteils nicht zu Ende sprechen lassen. So bleibt vieles der Fantasie überlassen. Auch kann sich jeder dank der mittäglichen Unterhaltung auf den Privatsendern – halb abgestoßen, halb staunend – über die krankhafte Sammelwut der Messies informieren und ungläubig den Kopf schütteln, statt zu helfen. In MESSIE! dreht Texter und Zeichner The Lep den Spieß um und lässt diese „Krankheit“ zum Lebensretter werden. Erstklassig sind hier viele Kleinigkeiten ins Bild gerückt, wie die improvisierten Notbehelfe, mit denen Robert Traschnik seinen Alltag mit Hilfe seiner gesammelten „Schätze“ meistert.

FAZIT

Mit HORRORSCHOCKER 38 liegt eine insgesamt sehr gute Nummer vor, die vor allem zwischen den Zeilen überzeugt und – dank des Gastteams – stilistisch sehr abwechslungsreich daherkommt.

wcstempel

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