Peter J. Tomasi: Batman und Robin 3 – Jokers Todesspiel

BATMAN26ROBIN3_SC_190Enthält: Batman und Robin Annual 1 (Der unmögliche Ritter), Batman und Robin 13-16 (Finsternis, Verschlungen, Kleiner großer Mann, In seinem riesigen Schatten)
Originaltitel: Batman and Robin Annual 1 (Batman Impossible) Batman and Robin 13-16: (Eclipsed Devoured Little Big Man Cast a Giant Shadow)
DC Comics, USA, Dezember 2012 – März 2013
Paninicomics, Stuttgart, 22. Oktober 2013
Softcover, Superhelden/Action, ISBN 978-3-86201-683-9, 132 Seiten, 14,99 EUR
Zeichner: Ardian Syaf, Patrick Gleason, Tomas Giorello
Aus dem Amerikanischen von Steve Kups,
Covermotiv von Patrick Gleason

https://www.paninishop.de/

https://twitter.com/peterjtomasi

http://patrickgleasonart.blogspot.de/

http://ardiansyaf.com/

http://ardian-syaf.deviantart.com/,

http://tomasgiorello.blogspot.de/

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STORY

Mit Alfreds Unterstützung schickt Damian Wayne seinen Vater auf eine Schnitzeljagd durch Europa, auf dem Spuren seiner Eltern Thomas und Martha Wayne und damit auch auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit. In Gotham schlüpft Damian unterdessen selbst in das Batman-Kostüm und klärt einen Fall von Benzindiebstahl auf. (B&R Annual 1)

Während einer totalen Sonnenfinsternis steigen Gothams Tote aus ihren Gräbern und suchen sich lebende Opfer. Inmitten dieses Chaos macht Robin einen Alleingang, wird überwältigt und in das Hauptquartier einer geheimnisvollen Sekte namens „Saturn Club“ verschleppt (#13+14).

Nach Alfreds Entführung durch den Joker (siehe DER TOD DER FAMILIE) soll Damian in der Bathöhle bleiben, um dort anstelle des Butlers die Technik zu bedienen, solange Batman im Außeneinsatz ist. Doch er verfolgt auf eigene Faust die Spur des Butlers, die ihn in den Gotham Zoo führt. Dort wird er bereits vom Joker erwartet, unter Drogen gesetzt und muss anschließend in einem Kampf auf Leben und Tod gegen Batman antreten, der unter dem Einfluss des Jokergifts eine wahre Killermaschine ist. (#15+16)

MEINUNG

Wieder einmal sind es Damians Alleingänge und die Missachtung der Anweisungen seines Vaters und ständige Besserwisserei, die ihn immer wieder in tödliche Gefahr bringen und Batman ständig zwingen, seine Pläne zu ändern. Als das, was man mit den eigenen Kindern tagtäglich erlebt, von Pater Tomasi kongenial übertragen ins Batman-Universum. Der Autor geht sogar noch weiter – und das ist das geniale an der Serie – und schafft es immer, die Geschichten so umzubiegen, dass am Ende die gute Absicht Robins deutlich wird und man dem Racker einfach nicht mehr böse sein kann. Mal ehrlich, welcher ordentliche Superheld würde denn tatenlos in einer Höhle sitzen, wenn irgendwo draußen ein Freund in Gefahr schwebt. Und so ist man gemeinsam mit Batman/Bruce Wayne ständig hin und her gerissen zwischen Ärger und Zuneigung. Dabei erweist es sich als dramaturgischer Glücksfall, dass Damian ein solch zwiespältiger und spröder Charakter ist. Darin liegt der wahre Reiz dieser Serie.

Das beweist hier vor allem der Zweiteiler um die lebenden Toten und den Saturn Club, die man getrost als Lückenfüller bezeichnen kann. Ohne vernünftige Anknüpfpunkte vorne wie hinten hängt die Geschichte wirkungslos in der Luft. Außerdem sollte man wissen, dass Talia al Ghul kurz zuvor ein Kopfgeld auf ihren Sohn ausgesetzt hat (siehe BATMAN INCORPORATED 3), sonst ist die Szene, in der Damian in der Kanalisation angegriffen wird, überhaupt nicht zu verstehen. Das Highlight ist hier bezeichnenderweise die letzte Szene, in der Damian seinem Vater eine Perle von Martha Waynes Kette (aus ihrer Todesnacht) entgegenhält, die er in der Kanalisation gefunden hat.

Die Hefte 4 und 5 gehören zum Bat-Event DER TOD DER FAMILIE, in dem der Joker nach einer mehr als einjährigen Abwesenheit nach Gotham zurück kehrt um die Bat-Familie einen nach dem anderen auszulöschen. Sehr schön macht auch Tomasi den neuen Wahnsinn des Jokers deutlich, wie ihn Bat-Lenker Scott Snyder vorgegeben hat. So fügt sich die Robin-Episode prima in das Gesamtkonzept ein stellt jedoch auch kein außerordentliches Highlight dar.

Formal muss sich Peter Tomasi nicht vor den großen Namen der Comicbranche verstecken. Er legt ein ordentliches Tempo vor und benutzt eine nahezu filmische Bildsprache in Sachen Szenenaufbau und Szenenwechsel. Stammzeichner Patrick Gleason pflegt weiterhin schön düsteres Understatement irgendwo zwischen  Kelly Jones und Dave Finch ohen sich mit Extravaganzen oder Splashpages hervortun zu müssen. In eine ähnliche Kerbe schlagen die Bilder von Ardian Syaf (BATGIRL), der das Batman Annual übernommen hat. Die Bebilderung der Saturn Club-Story teilt sich Patrick Gleason mit Thomas Giorello (CONAN, MAGIC). Etwas unglücklich, da beide Stile deutlich unterschiedlich ausfallen – Giorello pflegt einen plastischeren Stil, ein wenig Richard Corben-like. Ein ganzes Heft mit Zeichnungen des Künstlers wäre dagegen äußerst reizvoll.

FAZIT

Drei Schritte vor und zwei zurück. So gestaltet sich auch weiterhin die Vater-Sohn-Annäherung zwischen Bruce und Damian Wayne und das macht den Reiz dieser unerwartet düsteren Serie aus.

Panini-Comics-logo

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