Mark Waid, Brian Michael Bendis, Karl Kesel: Daredevil Megaband 1 – In den Straßen von San Francisco

DAREDEVILMEGABAND1_Softcover_381Enthält: Daredevil 0.1 (Straßenkämpfer), Daredevil 1-10 (ohne Titel, Der Teufel und die Finsternis, Teil 1, Der Teufel und die Finsternis, Teil 2, Schattenspiele, Der seltsame Tod des Foggy Nelson, Sündenfall, Das Gesetz des Dschungels, Kinder des Bösen, Kinder an die Macht, Teufelskreis), Daredevil 1.5 (Der König in Rot, ohne Titel, Letzter Wille und Testament von Mike Murdock)
Originaltitel: Daredevil 0.1 (Road Warrior), Daredevil 1-10 (Marvel Comics: Presents: Daredevil, The Devil and the Darkness: Part One, The Devil and the Darkness: Part Two, Shadow’s End, The Strange Death of Foggy Nelson, Original Sin, Law of the Jungle, The Purple Children, Purple Reign, Devil’s Spiral), Daredevil 1.5 (The King in Red, untitled, The last Will and Testament of Mike Murdock)
Marvel Comics, USA, Mai 2014 – Januar 2015
Paninicomics, Stuttgart, 26. Mai 2015
Paperback/Softcover, Superhelden/Action/Mystery/Thriller, ISBN: 978-3-95798-333-6, 308 Seiten, 24,- EUR
Zeichnungen von Peter Krause, Chris Samnee, Javier Rodriguez, Alex Maleev, Karl Kesel
Aus dem Amerikanischen von Robert Syska
Covermotiv von Chris Samnee

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STORY

Auf dem Flug nach San Francisco fällt Matt Murdock mit seinem Supersinnen ein Mann auf, der keine Vitalfunktionen hat. Als Daredevil verfolgt er ihn, doch scheint der Fremde selbst nicht zu wissen, wie er aus seiner New Yorker Wohnung in das Flugzeug kam. Und plötzlich verwandelt er sich vor Daredevils Augen in … Daredevil. (# 0.1)

Chelsea, die Tochter der zweiten Bürgermeisterin von San Francisco wurde entführt. Die Politikerin zieht ihren Bekannten Matt Murdock/Daredevil hinzu, um einen Erpresseranruf zu analysieren. Murdock übertrifft alle Erwartungen und es gelingt ihm sogar, Chelsea zu befreien. Doch jemand hat dem Mädchen eine Bombe implantiert (#1).

Wohl oder übel trifft Matt Murdock auf den selbsternannten Verbrecherjäger Max Coleridge alias Shroud, der über ganz ähnlich Kräfte verfügt, wie Daredevil selbst, doch im Gegensatz zu diesem, zu keiner Kooperation mit den Behörden bereit ist. Shroud wechselt darüber hinaus die Seiten und versucht, Daredevil in seine Gewalt zu bringen, um ihn an den Verbrecherboss Leland „Owl“ Owlsley auszuliefern, der ebenfalls seine Zelte in San Fransisco aufgeschlagen hat. Daredevil kann Shroud überzeugen, Owl gemeinsam zu überlisten, doch kann der Mann ohne Furcht seinem neuen Verbündeten wirklich trauen? (# 2-4)

Zwei Monate zuvor: Franklin „Foggy“ Nelson ist an Krebs erkrankt. In seinem geschwächten Zustand wäre er ein leichtes Ziel für alle Gegner Daredevils, der gerade seine Geheimidentität aufgedeckt hat. Matts Plan ist es, den Tod seines Freundes vorzutäuschen, solange dieser in Behandlung ist. Doch Nelson ist überzeugt, dass sich ohnehin niemand an ihn erinnern wird. Da bekommt er plötzlich die Gelegenheit, ein Held zu sein. (# 5).

Zebediah Killgrave, der telepathisch begabte Purple Man, hat einst fünf Kinder gezeugt, die seine Kräfte geerbt haben und die er nun um sich schart. Doch die Kraft der Kinder ist größer, als er angenommen hat. Zusammen sind sie mächtig genug, Killgrave selbst zu überwältigen. (#8-10)

ORIGINAL SIN-Tie In

Eine plötzlich auftretende Erinnerung an seinen Vater, den er stets als Held verehrte, bringt Matt Murdocks Gefühle durcheinander. In seiner Erinnerung sieht er seine Mutter blutend an Boden liegen und darüber das wutverzerrte Gesicht seines Vaters. Um Gewissheit zu erlangen, was damals geschehen ist, sucht er seine Mutter auf, die inzwischen als Schwester Maggie einem Kloster beigetreten ist. Jedoch wurde sie wegen einer illegalen Aktion gegen militärische Waffentests festgenommen und soll an das afrikanische Land Wakanda, den Partnder der USA bei den Waffenentwicklungen, ausgeliefert werden. So macht sich Daredevil auf den Weg in den Dschungelstaat, wo inzwischen Black Panthers Schwester Shuri die Regierung übernommen hat. Mit ihren hochtechnisierten Waffen gelingt es Shuris Männern, Daredevil festzunehmen, doch dieser hat sich nicht unvorbereitet auf die Reise nach Wakanda gemacht. (#6+7)

Daredevil 1.5 (Jubiläumsheft: 50 Jahre Daredevil)

Gerade noch bereitete Matt Murdock, der sein Daredevil-Kostüm längst an den Nagel gehängt hat, für seinen Sohn Jack und seinen Freund Foggy Nelson ein Abendessen zu, als von einem Augenblick auf den anderen 76% aller Menschen auf der Erde erblinden. Ein telepathischer Lockruf von Jubula Pride macht Matt klar, dass diese Epidemie eine Aufforderung ist, sein Kostüm wieder überzuziehen, wenn er den Menschen helfen will. (# 1.5a)

Stana Morgan ist stellvertretende Geschäftsführerin einer großen Bank, die eines Tages von Owl ausgeraubt wird. Daredevil nicht nur zur Stelle, um den Raub zu vereiteln, er begibt sich auch in derselben Nacht noch in Stanas Schlafzimmer und sie wird schwanger. Doch die werdende Mutter erhält keine Gelegenheit, jemandem von ihrem Glück zu erzählen. (#1.5b)

Ein altes Video erinnert Matt Murdock und Foggy Nelson an die Episode „Mike Murdock“, als sich Matt – um seine Geheimidentität zu schützen – für seinen eigenen fiktiven Zwillingsbruder ausgegeben hat, der angeblich auch Daredevil war. (#1.5c)

MEINUNG

Wie Kollege Frank „Punisher“ Castle, verlegte auch Matt „Daredevil“ Murdock unter dem „Marvel NOW!“-Banner seine Wirkungsstädte. Fürderhin sind nicht nur die Räume von Murdocks Kanzlei im sonnigen San Francisco zu finden, er hat auch gleich seine Geheimidentität als Daredevil offen gelegt. Sein Anwaltspartner Foggy Nelson ist aufgrund einer Krebserkrankung nur noch im Hintergrund dabei, während ihm als neue Kollegin seine Freundin Kirsten McDuffie zur Seite steht. Soweit sind das die Konsequenzen aus den Ereignissen der vorhergegangenen Serie.

Der Neustart, der alles neu machen soll, outet sich schon in den ersten Heften als das erwartete Lippenbekenntnis – wer will denn schon einen neuen Helden? – sobald Daredevils alte Gegner Leland Owlsley, alias Owl und der Purple Man ebenfalls in San Francisco auftauchen. Mit „Shroud“ hat Mark Waid allerdings auch einen neuen Gegner im Petto, der Daredevil mit nahezu identischen Fähigkeiten Paroli bietet. So ist man als Leser, was den angeblichen Neustart angeht, unschlüssig ob man das Festhalten am Bekannten begrüßen oder bereuen soll und man fragt sich ständig, was gewesen wäre, hätte Mark Waid den Mut gehabt, ordentlich Tabula rasa zu machen. In der vorliegenden Form bietet DAREDEVIL leidlich wenige Überraschungsmomente. Am auffälligsten ist noch, dass die trübsinnigen und psychologisch schweren Geschichten fürs Erste ad acta gelegt wurden und sich die Serie zunächst relativ unbekümmert präsentiert. Vor allem die Zeichnungen von Stammzeichner Chris Samnee sind für diesen Eindruck verantwortlich. Die Bilder wirken sehr cartoonhaft und wecken Erinnerungen an das klassische Silver Age. Dass die Düsternis doch nicht ganz außen vor bleibt, beweist der Zweiteiler um Zebediah Killgraves „Purple Children“, der ausgesprochen horrormäßig daherkommt und Vergleiche mit John Wyndhams KUCKUCKSKINDER (besser bekannt unter dem Filmtitel DAS DORF DER VERDAMMTEN) herausfordert. Für mich das Highlight des Bandes.

Die Zivil-Szenen mit Kirsten McDuffie hingegen, könnten direkt einer Screwballkomödie entnommen sein und das debile Sunnyboygrinsen, das Matt Murdock auflegt lässt die zuvor aufgebaute dichte Atmosphäre wiederholt verpuffen. Was das angeht, bietet das Ende von Heft 10 einen Hoffnungsschimmer. Mehr und mehr blick Kirsten McDuffie hinter die gutgelaunte Fassade ihres Freundes und sieht dort den Matt Murdock, der nach wie vor von seinen Dämonen verfolgt wird und sich, zusammengerollt wie ein Baby, in sein Bett kauert.

Noch bevor sich der Handlungsfluss dieser ersten neuen Hefte richtig aufbauen kann, wird er mittendrin durch das zweiteilige ORIGINAL SIN-Tie In unterbrochen, das zwar für sich gesehen gelungen ist, sich aber null in die laufenden Ereignisse einfügt. Auch das Artwork dieses Einschubs – von Javier Rodriguez – ist deutlich anders als das von Serienzeichner Chris Samnee.

Das Konzept „Megaband“, das viele Nummern am Stück präsentieren soll, geht damit nur teilweise auf und der Band hinterlässt einen insgesamt zwiespältigen Eindruck. Einiges ist prima gelungen, sehr gut gefällt der Mystery- und Überraschungsfaktor in einigen Geschichten, der auch mit dem cartoonigen Stil wunderbar funktioniert, vieles hätte besser gemacht werden können. Fans des „alten“ Daredevil, den u.a. Frank Miller noch definiert hat, werden die Zerrissenheit vermissen, die der Mensch Matt Murdock belastet und die ihn immer wieder zu erdrücken droht. Das ist doch die vielgepriesene Menschlichkeit, die die Marvelhelden von anderen Superhelden abhebt.

Als kleines Dessert enthält der Megaband noch DAREDEVIL 1.5, das zum 50jährigen Jubiläum des Helden erschienen ist und insgesamt drei Kurzgeschichten von Mark Waid (mit Zeichner Javier Rodriguez), Brian Michael Bendis (mit Alex Maleev) und Karl Kesel bietet, die auf unterschiedliche Weise je einen Blick in die Zukunft des Helden werfen.

FAZIT

Die neue DAREDEVIL-Serie nach MARVEL NOW! kommt nicht so richtig vom Fleck. Insgesamt wirkt der Band zu unentschlossen, ob man Neues wagen oder beim Alten bleiben soll.

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