Chris Dingess: Manifest Destiny 1 – Flora & Fauna

manifest-destiny-1-dummycvr_rgbOriginaltitel: Manifest Destiny, Vol 1, Flora & Fauna
enthält: Manifest Destiny 1-6
Image Comics, Skybound, USA, November 2013 – April 2014
Amigo Grafik GbR, Ludwigsburg / Cross Cult, 25. Januar 2016
Hardcover 16x24cm, Mystery/Abenteuer/Horror/Western, ISBN 978-3-86425-826-8, 118 Seiten, 20,- EUR
Zeichnungen: Matthew Roberts
Covermotiv von Matthew Roberts & Owen Gieni
Aus dem Amerikanischen von Christian Langhagen
https://www.cross-cult.de
https://twitter.com/realdingess
https://twitter.com/shinolahead
https://imagecomics.com
http://www.skybound.com/

STORY
Im Frühjahr 1804 – nach dem Kauf von Louisiana durch die USA – machen sich die beiden Entdecker Meriwether Lewis und William Clark im Auftrag des Präsidenten Thomas Jefferson auf den Weg eine schiffbare Passage bis zum Pazifik zu finden und das zu durchquerende Gebiet zu studieren und zu kartographieren. Unerschlossenes Gebiet, unbekannte Indianerstämme und fremdartige und bisweilen tödliche Flora und Fauna erwarten die Forschungsreisenden und ihre kleine Mannschaft aus Freiwilligen. Söldnern und Sträflingen.

MEINUNG
„Manifest Destiny“ beschreibt eine amerikanische Doktrin, die besagt, dass die USA die göttliche Pflicht zur Expansion habe. So erteilt Präsident Thomas Jefferson persönlich die Anweisung, die damals noch bestehende westliche Grenze der USA in Richtung Pazifik auszudehnen, verbunden mit einem Forschungsauftrag. Autor Chris Dingess hat nun aus der historischen Lewis & Clark-Expedition keinen drögen Reisebericht gemacht sondern den Weg der Forschungsgesellschaft mit gehörige phantastischen Elementen gepflastert und so einen abgefahrenen Mystery-Horror-Western-Mix mit einen guten Schuss „Sense-of-Wonder“ vorgelegt. Schon die anfängliche Entdeckung eines riesenhaften Pflanzenbogens (der wohl Pate stand für das Jefferson National Expansion Memorial in St. Louis) lässt nicht nur den Forschern vor Staunen den Mund offen stehen. In der Folge bekommt es der Trupp auch mit einer Horde Büffel-Minotauren, sowie einem Lager ansteckender Pflanzen-Zombies zu tun, also die Dinge, über die sich die offiziellen Geschichtsbücher lieber ausschweigen. Doch nicht nur außerhalb der Gemeinschaft lauert Gefahr, auch die Sträflinge, die der Expedition mehr oder weniger als Kanonenfutter zugeteilt wurden, warten nur auf eine Chance zu desertieren und würden dafür über Leichen gehen. Auch sonst ist die Erzählung geschickt aufgebaut, verbindet gleichwertig charakter- und handlungsgetriebene Teile und lässt einige Geheimnisse ungelöst für Band 2.

Nach dem, was man sich so anlesen kann, geht Autor Chris Dingess sehr sorgsam mit den Charaktereigenschaften der beiden Hauptfiguren um. Auf Wikipedia ist zu lesen „Der „Praktiker“ Clark und der „melancholische Denker“ Lewis ergänzten und verstanden einander gut.“ und genau so ist es hier. Auch optisch sind die Entdecker sehr gut getroffen. Insgesamt wirken die Zeichnungen von Matthew Roberts frisch, unverbraucht und fangen die Weite des unentdeckten Landes sehr schön ein. Hier wünscht man sich nicht selten eine Umsetzung im größeren Albenformat. Ab und an gibt es einige Manga-Einflüsse zu entdecken. Erwarten würde man MANIFEST DESTINY eher bei Panini, wo heuer auch Skybound-Kollege GHOSTED erscheint. Cross Cult dagegen lässt sich nicht lumpen und publiziert die Serie als schickes und edles Hardcover.

FAZIT
Toll ausgewogener Historien-Phantastik-Western-Abenteuer-Mash-Up, der neugierig macht auf den weiteren Weg von Lewis & Clarke, der nicht in den offiziellen Geschichtsbüchern zu finden ist.

LogoCrossCult

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