Denise Mina: Stieg Larsson – Millennium: Verdammnis 2

stieglarssonmillenniumverdammnis2cteil2softcover_softcover_137Originaltitel: The Girl who played with Fire, TPB 2
DC Comics/Vertigo, USA, 2014
Paninicomics, Stuttgart, 18. Februar 2015
Softcover/Klappenbroschur, Krimi/Thriller/Drama, ISBN: 978-3-95798-255-1, 140 Seiten, 16,99 EUR
Zeichner: Leonardo Manco, Andrea Mutti, Antonio Fuso
Aus dem Amerikanischen von Joachim Körber
Covermotiv: Lee Bermejo
Nach dem Roman „Verdammnis“ von Stieg Larsson
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STORY
Die Polizei ist hinter Lisbeth Salander her, deren Fingerabdrücke auf der Waffe sind, mit der der Journalist Dag Svensson und seine Frau Mia erschossen wurden (siehe VERDAMMNIS 1). Der ermittelnde Kommissar Bublanski weigert sich, Salander vorschnell zu verurteilen, wie es seine Kollegen und sein Vorgesetzter tun und die Befragung ihres Chefs bei Milton Security, die ein ganz anderes Bild von ihr zeichnet als das der desorganisierten und gewaltbereiten Asozialen, scheint ihm recht zu geben. Doch auch Lisbeths Vormund Bjurmann wurde brutal hingerichtet.

Journalist Mikael Blomkvist arbeitet derweil an der Reportage von Svensson über Zwangsprostitution und die Freier dieser Frauen weiter. Namen, die aus den höchsten Ebenen der Regierung und des öffentlichen Interesses stammen. Parallel versucht er, Lisbeth zu finden, die nun als Mörderin in allen Medien präsent ist. Lisbeth ihrerseits nutzt ihre Intelligenz und ihre Erfahrung als Ermittlerin, um selbst die Mörder der Svenssons und Bjurmanns sowie den Drahtzieher hinter dem Mädchenhandel zu finden, mit dem sie noch eine ganz persönliche Rechnung offen hat

MEINUNG
Mit phänomenalem Geschickt spinnt Stieg Larsson die Geschichte weiter, die sich nun vollständig vom Vorgänger VERBLENDUNG gelöst hat. Jeder Erzählstrang besitzt seine ganz eigene Dynamik und Ambivalenz. Da geht es um Geheimdiensttätigkeiten, alte Verbindungen, politische Ränke, Schadensbegrenzung um jeden Preis, usw. Dabei unterläuft Larsson die klischeehaften Erwartungen, die in der überwiegenden Anzahl sonstiger Thriller gepflegt wird. So glaubt z.B. der ermittelnde Kommissar trotz schwerwiegender Indizien, nicht, dass Lisbeth die Morde begangen hat. Später in der Erzählung räumt ihr ehemaliger Vormund Palmgren ein, dass Lisbeth krank ist und durchaus in der Lage, einen Mord zu begehen, auch wenn er das nicht hofft.

verdammnis-2-szene

Für Autorin Denisa Mina, die die Geschichte für die Comicform adaptiert hat, war dieser Job bestimmt nicht leicht und man kann geteilter Meinung sein, dass sie den Stoff nicht mehr geglättet hat. So fragt man sich oft, was denn in den Panels gerade passiert, es existieren mehrere Strecken Bilder ohne Text, in denen beispielsweise eine Wohnung durchsucht wird und irgendwelche für den Leser undeutlich beschriebene Dokumente zutage gefördert werden, die eine Folgeaktion auslösen. Als Comicleser bleibt man teilweise ratlos, was denn hier gerade passiert. Einige Szenen erweisen sich außerdem als unnötig, während anders einfach in der Luft hängen bleibt, wie z.B. die polizeilichen Ermittlungen, die keinen runden Abschluss finden oder die Frage, was mit dem geplanten Enthüllungsbuch passiert. Diese Erzählweise funktioniert vielleicht, wenn man als Leser die Handlung bereits kennt, was bei der MILLENNIUM-TRILOGIE zugegeben keine Seltenheit sein sollte. Alle anderen werden sich dagegen abgehängt fühlen.

Im letzten Viertel nimmt der Band noch einmal ordentlich Fahrt auf und man ist als Leser endlich auch emotional bei den Figuren,  wenn es darum geht, Lisbeths Verbindung zum Hintermann der Ereignisse aufzudecken. Zum aufreibenden Finale hin, macht auch der internationale Titel THE GIRL WHO PLAYED WITH FIRE Sinn, mit dem natürlich Lisbeth Salander gemeint ist.

Die Methode, für jeden Handlungsstrang einen eigenen Künstler einzusetzen, wird hier weiter geführt. So teilen sich wieder Leonardo Manco, Andrea Mutti und Antonio Fuso die grafische Bearbeitung der Geschichte, wobei besonders die Seiten von VERDAMMNIS-Neuzugang Antonio Fuso einen deutlichen Stilbruch mit sich bringen.

FAZIT
Faszinierender Thriller, der gängige Klischees unterläuft, leider in einer unbeholfen wirkenden Comic-Adaption.

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