Green Room

green_room_dvd_standard_888751905399_2d_vorab-600x600Originaltitel: Green Room
Broad Green Pictures, Film Science, USA, 2015
Universum Film/Universum Spielfilm, München, 07. Oktober 2016
1 DVD im Amaray Case, Thriller/Action, ca. 91 Min., EAN: 0888751905399, gesehen 10/2016 für 10,99 EUR
Altersfreigabe/FSK: 18
Bildformat: 2,40:1 (16:9 anamorph)
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch DD 5.1, Untertitel: Deutsch
Regie & Drehbuch: Jeremy Saulnier
Darsteller: Imogen Poots, Sir Patrick Stewart, Anton Yelchin, Alia Shawkat, Joe Cole, Callum Turner
Musik: Brooke Blair, Will Blair
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http://www.green-room-film.de/
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STORY
Die Tour der New Yorker (eigentlich Arlingtoner) Punkband „Ain’t rights“ ist gekennzeichnet von Übernachtungen im Tourbus oder in fremden Betten, von geklautem Benzin und mies organisierten Gigs. Das schlechte Gewissen ihres letzten Veranstalters – der Auftritt findet in einem Diner statt –  reicht immerhin soweit, dass er sie für ein Konzert an seinen Cousin weiter reicht. Dazu finden sich die „Ain’t rights“ plötzlich mitten im Wald in einer abgelegenen Neonazi-Clubhaus-Kneipe wieder. Der Auftritt als spontane Vorgruppe geht trotz des unglücklichen Openers „Nazi Punks Fuck Off“ glimpflich über die Bühne und sie wollen schon wieder weiter, als sie zufällig Zeuge eines Mordes werden. Ihnen wird klar, dass ihre Gastgeber sie nun nicht so einfach gehen lassen können und sie verschanzen sich im Backstage-Zimmer, dem titelgebenden „Green Room“, während vor dem Raum der Anführer der Nazis (Patrick Steward) mit seinen Männern aufmarschiert.

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MEINUNG
Schon im Vorfeld sorgte GREEN ROOM für einiges Aufsehen, da Regisseur Jeremy Saulnier nach dem gelobten BLUE RUIN eher den Nimbus eines Kunstfilmers inne hat, der sich nun an einen Terror-Thriller versucht. Ein weiterer Grund war die Besetzung von Patrick Steward (STAR TREK – THE NEXT GENERATION) als diabolisches Nazioberhaupt (und Bryan Cranston-Lookalike), der eine solche Rolle als gefeierter Shakespeare-Mime allerdings aus dem Effeff beherrschen sollte. Weiterhin natürlich, dass es sich um einen der letzten Auftritte des noch jungen Anton Yelchin (STAR TREK) handelt, der 2016 mit nur 27 Jahren bei einem Unfall starb.

Das Szenario, dass sich eine Gruppe „Guter“ in einem abgeschlossenen Raum gegen eine Gefahr von außen behaupten muss, ist schon fast klassisch zu nennen und in einen nahezu beliebigen Rahmen übertragbar, solange die Spannung zwischen beiden Polen genügend Zündstoff bietet. George Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN und John Carpenters ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT fällt dem etwas älteren Filmfan hier ein, den noch älteren beispielsweise Howard Hawks RIO BRAVO.

Die Konstellation Punks vs. Nazis trägt dabei schon ein naturgegebenes Spannungspotenzial in sich. So will jede Partei die irgendwie peinliche Angelegenheit doch einigermaßen vernünftig und vor allem schnell über die Bühne bringen. Und plötzlich werden aus dem harmlosen Punks unbequeme Mordzeugen und aus den gehorsamen Nazis ein Killerkommando mit Kampfhunden. Nun gilt es, sich mit allem zu verteidigen, was so zur Verfügung steht. Dazu noch der abgeschlossene Raum, der immer enger zu werde scheint und nur zweifelhafte Sicherheit verheißt. Dass sich im Green Room auch noch einer der Nazis aufhält sowie die traumatisierte Freundin der Toten, macht die Sache nicht einfacher. Die FSK 18-Freigabe lässt schon einige brutale Szenen vermuten, doch sind diese Gewalteruptionen so nüchtern und ohne weitere Hervorhebung in die Szenen und die Kamerafahrten eingebettet sind, dass man sie erst im zweiten Moment realisiert. Hier unterscheidet sich GREEN ROOM deutlich von seinen Artgenossen.

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Was die Charaktere angeht, muss man leider eine gewisse Profillosigkeit feststellen, die einige Empathiepunkte kostet. Einen interessanten Part darf dagegen Imogen Poots (KNIGHT OF CUPS) als Renée Amber übernehmen, war die Tote doch eine Freundin von ihr und sie selbst ebenfalls eine unbequeme Zeugin, die nun mit den „Ain’t rights“ gegen ihre Gesinnungsgenossen zusammen arbeiten muss.

Am Ende kann sich GREEN ROOM dank eines gewissen Understatement-Ansatzes einen Platz unter den nicht gerade wenigen Terrorfilmen erkämpfen, gehört aber nicht zu der Klasse, an der sich alle Nachfolger messen lassen müssen. Immerhin sorgte der Name Jeremy Saulnier dafür, dass ein Terror-Thriller im Feuilleton besprochen wurde.

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FAZIT
Wenn auch nicht das neue Maß der Dinge stellt GREEN ROOM doch eine interessante Ergänzung zum Terror-Genre dar.

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