Dan Wickline, Raven Gregory, Joe Brusha, Ralph Tedesco: Wonderland 8 – Der Ruf des Wunderlands

wonderland8derrufdeswunderlands_softcover_614_digitalOriginaltitel: Grimm Fairy Tales presents: Call of Wonderland 1-4
Zenescope Entertainment, USA, 2012
Paninicomics, Stuttgart, Juli 2013
Softcover/Klappenbroschur, ISBN: 978-3-86201-553-5, 14,95 EUR
Zeichnungen: Nacho Arranz, Matt Triano, Alan Otero, Alfonso Ruiz, Carlos Paul
Aus dem Amerikanischen von Sandra Kentopf
Covermotiv von Urszula ‚Ula‘ Mos, Jamie Tyndall
Wonderland geschaffen von Raven Gregory, Joe Brusha, Ralph Tedesco
Empfohlen ab 16 Jahren
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STORY
Der Studentin Julie Sands, die eine Hausarbeit über H. P. Lovecraft anfertigen muss, fällt in der Unibibliothek ein Tagebuch in die Hände, das angeblich von dem berühmten Autor höchstpersönlich stammen soll. Darin beschreibt Lovecraft, dass die gottgleichen Monster, von denen seine Geschichten handeln, ihm nicht nur in seinen Träumen erschienen sind, sondern er auch Zeuge ihrer tatsächlichen Existenz wurde. Laut seinem Tagebuch beobachtete Lovecraft zwei Männer, die eine solche Kreatur beschworen haben. Eine Visitenkarte führt Julie zum Tattoo-Studio „Anarchy Ink“, wo sie Salome Gray trifft und sich beide Frauen plötzlich in einem Albtraum aus lebenden Tätowierungen, Monsterhunden und den Wesen aus Lovecrafts Geschichten wiederfinden. Julie und Salome ahnen weder, dass ihre Geschicke vom Wunderland aus gelenkt werden, noch dass Lovecrafts Geschichten als Bann funktionieren, um diese gewaltigen Wesen in Schach zu halten.

MEINUNG
Den Charakter H. P. Lovecraft als Randnotiz in den Wonderland-Kosmos einzufügen oder beide Mythologien in einer Art Elseworlds-Crossover zu verschmelzen, das hat auf den ersten Blick schon Potential. Auch die Umsetzung in der Form, dass man das, was Julie im Tagebuch liest, als stimmungsvolle Rückblenden mit Lovecraft himself als Protagonisten serviert bekommt, gefällt zunächst. Doch offenbar braucht es für ein befriedigendes Ergebnis doch andere Autoren als die Märchenfledderer von Zenescope. Mit fortlaufender Handlung wird nämlich klar, dass der gute Name Lovecrafts einmal mehr für einen abstrusen Schmarren ohne Hand und Fuß herhalten musste. Beide Welten, das Wunderland und den Lovecraft-Kosmos irgendwie sinnvoll zu vereinen hatten die Autoren wohl gar nicht auf der Agenda, denn was dieser wirre Hokuspokus mit den Machtverhältnissen im Wunderland zu tun hat, erschließt sich nicht.

Im gleichen Maß, wie die Story immer weiter in die Binsen geht, lässt auch die Qualität der Zeichnungen merklich nach. Die Gegenwartsteile aus Kap. 1 und 2 von Nacho Arranz gehören zu den Besseren, die aus Kap. 3 von Alan Otero sind schon deutlich schlampiger geraten. Innerhalb von Band 4 findet nochmals ein krasser Zeichnerwechsel statt und die Szenen mit dem am Ende (im wahrsten Wortsinne) auftauchenden Cthulhu sehen einfach nur noch lächerlich aus. Auch die Sepiafärbung der Rückblenden wird hier über Bord geworfen. Sowas ist einfach nur ärgerlich.

Wie von Zenescope gewohnt gab es auch zu dieser Storyline wieder etliche Variantcover, von denen 18 Motive als Bonus in dem Paperback enthalten sind.

FAZIT
Auch in Zenescopes Wonderland muss Lovecrafts (guter) Name für einen hanebüchenen Blödsinn ohne Hand und Fuß herhalten. Außerdem die vom Verlag gewohnte, stark schwankende Qualität der Zeichnungen.

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Ein Kommentar

  1. Ich habe mit der Nummer aufgehört das Wonderland zu lesen. Schon die Nummern vorher waren hart an der Grenze. Eigentlich schade. Aber als abgeschlossene Serie hätte das Wonderland eh besser funktioniert.

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