Joe Tyler, Ralph Tedesco: Grimm Fairy Tales 2

grimmfairytales2_softcover_198_digitalEnthält: Schneewitchen, Jack und die Bohnenranke, Goldlöckchen und die drei Bären, Der Froschkönig, Blaubart, Der Rattenfänger von Hameln
Originaltitel: Snow White, Jack & the Beanstalk, Goldilocks, The Frog King, Bluebeard, The Pied Piper
Zenescope Entertainment, USA, September 2007 (TPB), Juni 2006 – Februar 2007 (Einzelausgaben)
Paninicomics, Stuttgart, 08. April 2014
Paperback mit Klappenbroschur, Mystery/ Horror/Märchen/Fantasy, ISBN: 978-3-86201-810-9, 168 Seiten, 16,99 EUR
Zeichnungen: Tommy Castillo, Julio Cesar, Chris Moreno, Wellington Dias, Julian Aguilera, Jason Craig, Randy Nunley, John Toledo
Aus dem Amerikanischen von: Sandra Kentopf
Covermotiv von Anthony Spay

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Schneewittchen
Terry kümmert sich scheinbar aufopferungsvoll um ihre kranke Stieftochter Stephanie, ist jedoch in Wahrheit dabei, sie langsam zu vergiften. Da kommt Stephanies Englischlehrerin Sela Mathers vorbei, um sich nach ihrer Schülerin zu erkundigen. Sie empfiehlt den beiden die Lektüre von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. In dem Märchen möchte eine Königin ihre Stieftochter Schneewittchen aus Eifersucht töten lassen. Diese kann dem Mörder entkommen und findet Unterschlupf bei sieben Zwergen, wo sie sich um den Haushalt kümmert und die sie lieb gewinnen. Als es der Königin gelingt, Schneewittchen aufzuspüren und zu töten, nehmen die Zwerge grausame Rache.

Jack und die Bohnenranke
Um seiner Familie ein bessere Leben zu ermöglichen, fädelt Jim angeblich ein letztes Mal einen Drogendeal ein. Dort, wo er den Stoff abholt will, erwartet ihn jedoch nicht sein Kumpel, sondern Sela Mathers, mit der Geschichte von Jack und den Zauberbohnen: Jack macht sich auf zum Markt, um dort seine letztem, altersschwache Kuh zu verkaufen. Auf dem Weg dorthin trifft er einen Fremden, der ihm für die Kuh eine Hand voll Zauberbohnen gibt. Jacks Ehefrau ist wütend ob der Einfältigkeit ihre Gatten, doch die Bohnen wachsen rasend schnell und schier endlos hoch in den Himmel. Als Jack die Bohnenranke empor klettert, entdeckt er in den Wolken das Schloss eines menschenfressenden Riesen mit einer unermesslich gefüllten Schatzkammer. Trotz der Gefahr klettert er immer wieder nach oben, um etwas von dem Schatz zu holen, selbst als er längst genug Gold hat, um seine Sorgen vergessen zu können. Mit seiner Gier besiegelt er das Schicksal seiner Familie.

Goldlöckchen und die drei Bären
Sela Mathers wird Zeuge, wie ein Liebespaar den Entschluss fasst, den Ehemann der Frau umzubringen. Sie lässt ihr Märchenbuch so liegen, dass die Frau es finden muss, aufgeschlagen bei der Geschichte von Goldlöckchen und den drei Bären: Dort geht die schöne Goldie zum Schein auf die Avancen des unheimlichen Hr. Lockett ein, um ihn gemeinsam mit ihren Verlobten Daniel auszurauben. Als Lockett tot ist und beide sein Anwesen mit ihrer Beute verlassen wollen, bemerken sie, dass die drei riesigen Bärenstatuen im Park des Anwesens verschwunden sind.

Der Froschkönig
Ständig hackt die schöne Lizette auf ihrem Mitschüler Neville herum, der durch ein Geburtsmal entstellt ist. Da gibt ihr ihre Lehrerin die Geschichte vom Froschkönig zu lesen. Dort verliert die Prinzessin Calliope eine goldene Kugel aus ihrer Krone in einem Brunnen. Ein Frosch bringt ihr das Schmuckstück zurück und verlangt dafür, dass sie ihn mit auf ihr Schloss nimmt und ihn wie einen Freund behandelt. Der Frosch widert sie an und in der Nacht tötet sie das Tier. Damit ist auch Calliopes eigenes Leben verwirkt.

Blaubart
Debbie hat den Verdacht, dass ihr Mann Tom sie betrügt. Ein Privatdetektiv liefert ihr kompromittierende Fotos, zudem macht sich Tom in ihrer Garage heimlich mit einer Kiste zu schaffen. Sela Mathers bemerkt die bedrückte Stimmung ihrer Kollegin und empfiehlt ihr die Lektüre des Märchens Blaubart. Dort kehrt nach langer Zeit der Schlossbesitzer Blaubart heim auf sein Anwesen und begibt sich sogleich auf Brautschau. Da sich unheimliche Geschichten um ihn und das Anwesen ranken, finden sich keine Adligen Bräute ein, doch unter den Bauernmädchen findet Blaubart die schöne Dasia, die er zunächst einer Vertrauensprüfung unterziehen will. Unter dem Vorwand, das Schloss einige Tage verlassen zu müssen, überlässt er ihr den Bund mit Schlüsseln zu allen Zimmern des Schlosses, verbietet ihr aber gleichzeitig ein bestimmtes Zimmer im Verlies zu betreten. Doch Dasias Neugier ist stärker und was sie in dem verbotenen Zimmer erblickt ist so schrecklich, dass sie Blaubart bei seiner Rückkehr aus purer Angst tötet. Zu spät erkennt sie, dass das, was sie dort gesehen hat, nur eine Täuschung war, um sie zu prüfen.

Der Rattenfänger von Hameln
Neal hat aus der gemeinsamen Firma mit seinem Bruder Geld unterschlagen. Ein Mitarbeiter hat das herausgefunden und seine Beobachtung den Behörden mitgeteilt. Doch Neal hat bereits jemanden engagiert, um die Verräter aus dem Weg zu räumen. Dass er gar kein Geld hat, um den Killer zu bezahlen, stört ihn jetzt noch nicht. In einer Bar treffen die Brüder Sela Mathers, die zufällig ein Buch liegen lässt, aufgeschlagen bei der Geschichte um den Rattenfänger von Hameln: Das Dorf Hameln leidet unter eine Rattenplage. Ein Mann erklärt sich bereit, den Bewohnern gegen einen hohen Geldpreis zu helfen und er lockt die Ratten mit seinem Flötenspiel aus der Stadt. Als er nicht die vereinbarte Summe erhält – die Differenz streicht der Ortsvorsteher lieber für sich selbst ein – kehrt der Rattenfänger in der Nacht wieder und lockt alles Kinder aus dem Ort. Erst nach Zahlung der vollen Geldsumme, will er sie wieder frei lassen.

MEINUNG
Wieder hat sich die Mannschaft um die GFT-Erfinder Joe Tyler und Ralph Tedesco klassischer Märchen angenommen und diese jeweils mit einer zeitgemäßen Rahmenhandlung. Stets liegt dort etwas im Argen, was seine Entsprechung in einer der bekannten Erzählungen findet. Wie eine gute Fee greift die Literaturdozentin Sela Mathers in die Handlung ein und stößt die betreffenden Personen auf die passende Geschichte in ihrem geheimnisvollen Märchenbuch, in der Hoffnung, dass sie ihren Fehler erkennen und umdenken. Das funktioniert in einigen Fällen, doch einige Zeitgenossen erweisen sich auch als unbelehrbar. Die Märchen, die als Binnenerzählungen funktionieren, wurden dabei nicht etwa im grimmschen, relativ harmlosen Duktus übernommen, sondern mit einem Twist versehen, der nicht immer in ein Happy End mündet. Ob dies wirklich die Urform der Erzählungen ist, bevor sie durch die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm für ein kindliches Publikum zu relativ harmlosen Moralstücken umgeschrieben wurden, sei dahingestellt. Doch wird immerhin bemerkenswert dargestellt, dass die verderblichen menschlichen Eigenschaften – Gier, Eifersucht, Geiz, Egoismus, Misstrauen, Eitelkeit – wahre Evergreens sind. die scheinbar nie aus der Mode kommen.

Zwar gibt es hinter den einzelnen Geschichten und um Sela Mathers Wirken eine Mythologie, doch kommt diese hier noch nicht zu tragen. Dafür muss man sich bis zum nächsten Paperback gedulden, Die Geschichten in GRIMM FAIRY TALES 2 funktionieren noch als eigenständige Geschichten.

Als Bonus im Paperback ist noch die 12-seitige Kurzepisode FÜR EINE KURZE ZEIT enthalten, die von Sela Mathers und der Liebe ihres Lebens handelt. Sela, die nicht altert und nicht stirbt, lässt sich wider besseres Wissen auf das Werben des jungen Robert ein, ohne dass er von ihrem Geheimnis erfährt. Im Herbst seines Lebens muss sie ihm das Herz brechen, indem sie ihn ohne Erklärung verlässt.

Wie in jedem Zenescope-Paperback fällt in dieser gesammelten Form die stark schwankende Qualität der Zeichner auf, womit sich der Verlag keinen Gefallen tut. Gegen das Vorhaben, jeder Geschichte damit eine eigene Note zu geben, ist nichts einzuwenden, doch muss der Leser oft relativ schwach gezeichnete Geschichten in Kauf nehmen. Das wäre hier SCHNEEWITTCHEN, während die anderen Beiträge durchaus o.k. gehen. Der von John Toledo atmosphärisch und gehaltvoll gezeichnete Bonus FÜR EINE KURZE ZEIT gefällt dagegen ausgesprochen gut.

FAZIT
Die GRIMM FAIRY TALES zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass die Moral der klassischen Märchen heute noch ebenso aktuell ist wie damals.

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