Susanne Wilhelm: Mütter des Todes

lbnf5Serie: Larry Brent Hörbuch 05
Romantruhe Audio, Kerpen-Türnich, 21. Februar 2014
Produziert von Winterzeit Studios, Remscheid
3 CD-Box, inszenierte Lesung, Horror/Mystery/Thriller, ISBN: 978-3-86473-064-1 , ca. 150 Min., 12,95 EUR
Sprecher: Wolfgang Rüter, Rainer Schmitt, Rüdiger Schulzki, Heidi Schaffrath, Magdalena Schmitz, Johannes Fischer-Barnicol, Hildegard Meier, Tom Jacobs, Sandra Klaas, Bert Stevens, Dagmar Bittner
Covermotiv von Rudolf Sieber-Lonati
Nach Figuren von Dan Shocker
Die Buchausgabe ist erschienen im Blitz Verlag
http://www.romantruhe.de
http://www.winterzeitstudios.de
http://blitz-verlag.de/
http://www.rs-lonati.de/

„Sie hob ihre Hand und starrte sie einen Moment lang verständnislos an. Ihr Denken wurde völlig von den schrecklichen Schmerzen in ihrem Körper beherrscht. […] Noch während sie hinsah schien ihr Hand zu verschrumpeln. Die Finger verkrümmten sich zu unansehnlichen Klauen, wie bei einer Mumie. Marion wollte schreien doch es kam nur ein trockenes Keuchen über ihre Lippen. […] Die junge Frau schloss die Augen, so dass niemand mehr sehen konnte, wie ihre Augäpfel schrumpften.“

STORY
Seltsame Zwischenfälle ereignen sich im Umfeld der Wahl zu Miss Texas. Eine der jungen Frauen wird mumifiziert aufgefunden, während andere einen unnatürlich großen Appetit an den Tag legen und daraufhin verschwinden. David Gullan setzt X-GIRL-C Morna Ulbrandson auf den Fall an, die Undercover zwischen den Schönheiten zu ermitteln beginnt. Bereits kurz nach ihrem Eintreffen in Texas stößt die schwedische Agentin auf alarmierende Hinweise, die auf das fortgesetzte Wirken von Dr. Tschang Fu deuten. Derweil ermittelt X-RAY 7 Iwan Kunaritschew in Texas, im familiären Umfeld des ersten Opfers. Dabei stößt er auf eine lokale Legende und auf Spuren von Dr. X.

„Bethanys Kopf quälte die junge Frau höllisch und jedes Mal, wenn der Krankenwagen ruckelte, wurden die Schmerzen schlimmer. Alles verschwamm vor ihren Augen. Trotzdem erkannte sie deutliche, dass die Frau in dem schwarzen Abendkleid sie durch ihren Schleier hindurch unverwandt anstarrte. Gleichzeitig hielt die Fremde ein blutiges Bündel fest an ihre Brust gedrückt. Ein Baby? Doch es regte sich nicht. Ein mulmiges Gefühl machte sich in Bethany breit.“

MEINUNG
Wie bereits der Vorgänger PARASITENTOD spinnt auch MÜTTER DES TODES den Handlungsfaden um Dr. Tschang Fus Experimente, der in ZOMBIE-INSEKTEN begonnen wurde, wieder auf und bringt diesen endgültig mit Dr. X zusammen. Die beiden Fachkollegen haben ihre Forschungen modifiziert und eine Möglichkeit gefunden menschliche Mütter zu befruchten und telepathisch begabte Kinder zu erschaffen. Sogar die Käfer aus PARASITENTOD haben einen weiteren Auftritt. Der Schauplatz wechselt von Ägypten wieder zurück in die USA und Morna Ulbrandson beginnt zwar die Ermittlungen alleine, doch ist es selbstverständlich, dass Larry Brent im Lauf der Handlung nachkommt.

Inzwischen findet Morna heraus, dass die Toten schwanger waren, die Schwangerschaften jedoch außergewöhnlich schnell verliefen. Durch den so notwendigen Energiebedarf erklärt sich auch der außergewöhnliche Appetit der werdenden Mütter. Doch auch die massive Energiezufuhr von außen konnte die Schwangeren nicht retten und die heranwachsenden Kinder saugten ihren Müttern den letzten Rest Lebensenergie aus, so dass diese schließlich an totaler Entkräftung starben. Dr. X gelingt es, lediglich eins der Kinder, Changye, zu retten, das sich als unerwartet mächtig und seinen Schöpfern sogar überlegen herausstellt.

Der Roman beginnt als bizarrer Krimi und schwenkt irgendwann auf die Handlungsschiene um die zwei Wissenschaftler ein, die mit einer Mischung aus Wissenschaft und Okkultismus ihre Ziele verfolgen. So hat Susanne Wilhelm wie schon im Vorgänger die Larry Brent-Formel sehr verinnerlicht. Und doch hinterlässt die Folge insgesamt einen eher schwerfälligen Eindruck, ohne dass man das konkret irgendwo fest machen könnte. Möglicherweise hätte eine leichte Straffung einzelner Szenen das Ganze schon etwas beschleunigt.  Dagegen steht der Anspruch, in der Umsetzung der Romane möglichst nahe an der Vorlage zu bleiben.

DAS HÖRBUCH
Wie bei den Vorgängern handelt es sich auch hier laut Coverangaben um eine inszenierte Lesung, für die jedoch gar nicht wenige Rollen eigene Sprecherinnen und Sprecher aufweisen, so dass man schon guten Gewissens von einem Hörspiel sprechen kann. Die Hauptrollen werden dazu noch von den Interpreten der klassischen Europa-Serie übernommen, was für einen wohligen Nostalgiefaktor sorgt. Anders als die parallel laufende übereifrige LARRY BRENT-Serie der R&B-Company, die ständig über die eigenen Füße stolpert. In MÜTTER DES TODES hat endlich auch Heidi Schaffrath als „Schwedenfee“ Morna Ulbrandson ihren ersten Auftritt innerhalb der „Neuen Fälle“. Die Sprachbesetzung ist wie von Winterzeit gewohnt top, doch nicht immer ganz passend besetzt; so drückt sich der als grobschlächtig beschriebene Vater einer der Schönheitsköniginnen beispielsweise überraschend gewählt und formell aus.

FAZIT
Gewohnt solide Winterzeit-Produktion, die den Handlungsfaden um Dr. Tschang Fu und Dr. X zu einem vorläufigen Höhepunkt führt.

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