Eric Stephenson: Nowhere Men 1 – Schlimmer als der Tod

nowhere-men-1-schlimmer-als-der-tod-25f31437Originaltitel: Nowhere Men, Vol 1: Fates worse than death
enthält: Nowhere Men 1-6
Image Comics, USA, November 2013 (TPB), November 2012 – Oktober 2013 (Einzelausgaben)
Amigo Grafik GbR, Ludwigsburg / Cross Cult, 16.
September 2014
Hardcover 16x24cm, Science-Fiction/Mystery/Thriller, ISBN 978-3-86425-400-0, 184 Seiten, 22,- EUR
Zeichnungen: Nate Bellegarde
Covermotiv von Nate Bellegarde
Aus dem Amerikanischen von Christian Langhagen
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STORY
Zunächst galt der Zusammenschluss der vier visionärsten Wissenschaftler ihrer Zeit, Simon Grimshaw, Thomas Walker, Emerson Strange und Dade Ellis, als wissenschaftliche und gesellschaftliche Revolution. Doch Jahre nach der Gründung ihrer gemeinsamen Firma World Corp. haben sich die Überzeugungen der Gründungsväter auseinander entwickelt. Die Ideale und die Ethik der Vergangenheit sind mehr und mehr dabei, den Geschäftsinteressen zu weichen. Walker hat die Firma bereits verlassen, Dade Ellis liegt im Koma und ein geheimes, außer Kontrolle geratenes Experiment droht gerade World Corp. um  die Ohren zu fliegen: Auf der ehemaligen I.R.S., die in einer Nacht und Nebel-Aktion von World Corp. gekauft wurde, befinden sich zwölf Personen, die ohne ihr Wissen zu Testobjekten für experimentelle Viren wurden. Die Infizierung sorgt bei jeder der Personen für unterschiedliche Veränderungen. Als der Raumstation die Zerstörung droht, kann sich die Besatzung durch einen Teleporter auf die Erde retten. Doch die Ankunft der „Supermenschen“ bleibt nicht unbemerkt.

MEINUNG
Schon die ersten Szenen, die ein Bild der vier Wissenschaftler und ihrer Firma Word Corp. zeichnen, machen deutlich, dass die „Fab Four der Wissenschaft“ keine Kumpels sind, sondern sich auch nach Jahren der Zusammenarbeit immer noch siezen. Lediglich ihr Idealismus und das gemeinsame Streben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, scheint sie einst zusammen und zu dieser Vernunftentscheidung geführt zu haben. Der krasse Zeitsprung in die Gegenwart serviert dem Leser dann übergangslos einen völlig veränderten Status Quo. Ohne dass man sich ausreichend neu orientieren könnte, startet die Jetzt-Handlung in der Raumstation, wo die Besatzung gerade dabei ist, sich in die Fantastischen 12 zu verwandeln und sich anschicken, mit ihren neu gewonnenen Fähigkeiten auf eigene Faust durch einen fragwürdigen Teleporter zur Erde zurück zu kehren. Hat man diese Personen mal auf der Reihe, ist es vergleichsweise einfach diesem Handlungsstrang zu folgen. Im Wechsel entwickelt sich auch die World Corp.-Handlung, die dagegen immer unübersichtlicher wird. Immer neue Personen kommen hinzu, von denen jeder seine eigene Agenda verfolgt. Einige Ausflüge in die Vergangenheit liefern zwar neue Puzzlestücke, doch ans bisher vorhandene Bild wollen sich diese noch nicht anlegen lassen.

Beide Erzählstränge berühren sich schließlich, als Wrackteile der World Corp. Raumstation (der ehemaligen I.R.S.) auf der Erde auftauchen und die Wissenschaftler von der Flucht ihrer Testpersonen erfahren. Zu diesem Zeitpunkt hat sich bereits mindestens eine weitere Person auf der Erde mit den experimentellen Viren infiziert.

Zwar muss man gehörig bei der Sache bleiben, schon alleine wegen der Anzahl der handelnden Personen, doch kann man NOWHERE MEN einen gewissen Reiz nicht absprechen. Hilfreich wäre es gewesen, im ersten Akt die Charaktere schon besser auszubauen und dem Leser emotional näher zu bringen, bevor Eric Stephenson seinen großen Plan ins Rollen bringt. Zumal das Ganze bisweilen durch eingeschobene Info-Schnipsel (Zeitungsartikel, Interviews, Zeitschriftenausschnitte), die sich jeweils auf einzelne Personen oder Elemente der Geschichte beziehen, aufgebläht wird. Eine Technik, die auch Alan Moore gerne verwendet und die einen gehobenen Anspruchslevel vermittelt, das Konstrukt jedoch nicht gerade übersichtlicher macht. Trotz allem ist NOWHERE MEN ein schönes Beispiel, in welchem Maße sich der Image Verlag seit seinen Anfangstagen von Top Cow & Co. weiter entwickelt hat.

Die Zeichnungen von Nate Bellegarde – die auf dem Cover genannte Bezeichnung  „Ausnahmekünstler“ muss man mit einem „na ja“ quittieren – sind relativ einfach gehalten; dünne Linien, Farbflächen und sparsame Schattierungen dominieren die Bilder. Die Charaktere sind sehr gut zu unterscheiden; auf einigen Bildern wirken Gesichtszüge und Mimik etwas unbeholfen.

Cross Cult veröffentlicht die deutsche Ausgabe auf erstklassigem Papier als hochwertiges Hardcover in Leder-Optik.

FAZIT
Komplexer und anspruchsvoller Wissenschafts-SF-Thriller aus dem Hause Image, der dem Leser einiges an Aufmerksamkeit abfordert.

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