Der schwarze Leib der Tarantel

Tarantel_CoverOriginaltitel: La Tarantola dal ventre nero / US-Titel: The Black Belly of the Tarantula
Frankreich/Italien, 1972
cmv Laservision, Berlin / Alive AG, Köln, 4.
November 2016
1 DVD im Amaray Case, Thriller/Giallo/Krimi, EAN: 4042564170283, ca. 94 Minuten
Sprache/Tonformat: Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0),  Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 – 1.78:1
Altersfreigabe: FSK 18
Regie: Paolo Cavara
Drehbuch: Lucile Laks nach einer Idee von Marcello Danon
Darsteller: Giancarlo Giannini, Claudine Auger, Barbara Bouchet, Rossella Falk, Silvano Tranquilli
Musik: Ennio Morricone
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STORY
Als die promiskuitive Maria Zani (Barbara Bouchet) getötet wird, fällt der Verdacht natürlich zunächst auf den zwar getrennt lebenden, doch immer noch eifersüchtigen Ehemann (Silvano Tranquilli), der kurz zuvor Fotos eines Seitensprungs erhalten hat. Ein einfacher Fall, wie es scheint. Alles andere als einfach ist die perfide Mordmethode. Senora Zani wurde eine Akkupunkturnadel (damals noch größer und massiver als die heute üblichen filigranen Nädelchen) in den Nacken gestoßen, sie so bewegungsunfähig gemacht, bevor ihr Kehle und Bauch aufgeschlitzt wurden. Ganz so, wie es die Wegwespe mit der Tarantel macht, damit auch der Filmtitel seine Berechtigung hat. Ein zweiter Mordfall an einer Verkäuferin nach gleichem Muster lässt jedoch Zweifel an Zanis Schuld aufkommen. Es gibt keine Verbindung zwischen beiden. Viel eher scheint nun Rauschgift das Motiv zu sein, denn der Laden, in dem die zweite Tote gearbeitet hat, galt als Umschlagplatz für Heroin. Erst die Recherchen im Umfeld eines dritten Opfers decken eine Verbindung der Frauen auf. Alle besuchten den gleichen Massagesalon. Doch da befinden sich der ermittelnde Inspektor Tellini (Giancarlo Giannini)  und seine Frau Anna (Stefania Sandrelli) schon längst im Visier des Killers.

Tarantel_Szene 3

MEINUNG
Die Story, die hier aufgebaut wird, beginnt in relativ geregelten Giallo-Krimi-Bahnen, nackte Haut, ein vollständig hell erleuchtetes Haus umgeben von einem dunklen Garten, ein Killer mit schwarzen Handschuhen und eine perfide Mordmethode. Und natürlich kann der Ehemann nicht der Täter sein, denn sonst wäre der Film nach 20 Minuten um. Auch die recht holprige Erzählweise ist nicht gerade ein Genre-Einzelfall. Was TARANTEL dann doch von Fließbandgiallo unterscheidet ist vor allem die Figur des Inspectore Tellini (in der deutschen Synchro herrlich „Inschbegdor“ genannt) der mit der allgegenwärtigen Brutalität seines Berufs hadert, allerdings gedrängt wird, die Ermittlungen auch nach dem zweiten Mord weiter zu führen. Als feinsinniger Ermittler wider Willen ist er eine angenehme Abwechslung im Macho-Dschungel der zeitgenössischen Kollegen und Giancarlo Giannini transportiert dies wirklich sehr überzeugend. Köstlich die Szenen, in denen er sich mit seiner Frau neckt und plötzlich die Möbelpacker vor der Tür stehen, weil sie kurzerhand die Wohnungseinrichtung verkauft hat. Auf der anderen Seite bedeutet dies einigen Leerlauf und so manchen Nonsens-Dialog, wie es hier noch einige gibt. Zum Beispiel auch mit Privatermittler „Katapult“. Diese Art peinliche Humor, der keine Seltenheit im Genre darstellt, muss man schon goutieren können.

Tarantel_Szene 1

Der Auflösung des Falls kommt dann erstens Kommissar Zufall zu Hilfe und sie stellt zweitens eine reine Pflichtübung da. Da wird dem Täter, der wie das Kaninchen aus dem Hut kommt, rückwirkend noch eine kaputte Psyche angedichtet, die die Morde mehr schlecht als recht erklärt. Egal, Haken dran und ab dafür.

Den Meisterwerk-Status, der vor allem daraus resultiert, dass DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL nach dem Kinoeinsatz in Deutschland nie auf VHS erschienen ist und die deutsche Tonspur als verschollen galt, kann der Film nicht für sich beanspruchen, doch für einen netten Nostalgie-Abend unter Italo-Fans taugt der Krimi allemal. Ennio Morricones Score hilft dabei.

So ganz nebenbei gibt es mit Claudine Auger (FEUERBALL), Barbara Bouchet (CASINO ROYALE) und Barbara Bach (DER SPION, DER MICH LIEBTE) übrigens gleich drei Bond-Girls zu sehen.

Tarantel_Szene 2

FAZIT
Liebevolle und sehnlich erwartete Veröffentlichung für Genre-Fans.

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