XX

XX_CoverOriginaltitel: XX
Snowfort Pictures, Scythia Films, XYZ Films, USA, 2017
Koch Media GmbH, München, 26.Mai 2017
1 DVD im Amaray Case, Horror/Thriller, EAN: 4020628789084, ca. 78 Min, empf. VK 12,99 EUR
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch, Dolby Digital 5.1, Untertitel: Deutsch
Bildformat: 2.35:1 (16:9)
Altersfreigabe/FSK: ab 16
Regie & Drehbuch: Roxanne Benjamin, Karyn Kusama, Annie Clark, Jovanka Vuckovic, Sofia Carrillo
Vorlage (Segment THE BOX): Jack Ketchum
Darsteller: Natalie Brown, Mike Doyle, Christina Kirk, Kyle Allen, Peyton Kennedy, Peter DaCunha, Ron Lea, Jonathan Watton, Lisa Renee Pitts, Morgan Peter Brown
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The Box (Regie & Drehbuch: Jovanka Vuckovic, Vorlage: Jack Ketchum)
Auf dem Heimweg von den Weihnachtseinkäufen lässt ein Fremder den neugierigen Danny in seine Geschenkekiste schauen. Ein Blick, der den Jungen sichtlich verstört und eine anhaltende krankhafte Appetitlosigkeit zur Folge hat. Auch Dannys Schwester Jenny verspürt keinen Hunger mehr, nachdem er mit ihr über den Inhalt der Kiste geredet hat. Dasselbe passiert mit dem Vater. Da erinnert sich Mutter Susan an die Box und sucht den Mann in der U-Bahn.

The Birthday Party (Regie & Drehbuch: Annie Clark)
Im Haus laufen bereits die Vorbereitungen für Tochter Lucys Geburtstagsparty als Mary die Leiche ihres Mannes in seinem Schreibtischstuhl findet. Offenbar hat er mit Tabletten Selbstmord begangen. Um den Tag nicht zu verderben, hält Mary den Vorfall vor Lucy und dem Hausmädchen Carla geheim. Nun gilt es, die Leiche verstecken und den Geburtstag hinter sich zu bringen.

Don’t fall (Regie & Drehbuch: Roxanne Benjamin)
Zwei Pärchen sind mit dem Wohnmobil unterwegs, um einige Tage in der felsigen Einöde eines abgelegenen Nationalparks zu verbringen. Sie schlagen ihr Nachtlager nahe eines Felsens auf, der mit geheimnisvollen Felsmalereien verziert ist. Eine der Frauen verletzt sich an den Felsen und beginnt sich zu verwandeln.

Her only living son (Regie & Drehbuch: Karyn Kusama)
Vor 18 Jahren hat Cora ihr altes Leben hinter sich gelassen und ist mit ihrem frisch geborenen Sohn Andy geflohen. Seit dem Verstecken sie sich vor dem Vater des Jungen, dessen Erbe sich nun, nach seinem Geburtstag, immer stärker Bahn bricht. Doch er hat nichts zu befürchten, denn alle Personen in seinem Umfeld passen auf Andy auf.

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MEINUNG
Mit XX hat Koch Media einen Anthologiefilm im Angebot, der ausschließlich von Regisseurinnen realisiert wurde. Eins vorneweg: Wer Horror-Anthologien mag, sich gerne überraschen lässt und gerne mal was Neues austestet, wird auch hier seinen Spaß haben, wer damit nichts anfangen kann, braucht sich auch XX nicht anzusehen.

Sieht man sich einige Langfilme im Horrorbereich an, kann man schon feststellen, dass Frauen ein Händchen für (bedrohliche) Stimmungen haben und im Großen und Ganzen auch weniger effekthascherisch rüberkommen als ihre männlichen Kollegen – z.B. THE BABADOOK, THE INVITATION (Regisseurin Karyn Kusama ist auch hier beteiligt). Außerdem zeigt XX, dass das Themen- wie auch das technische Spektrum weit gefasst sind. Während THE BOX sehr ruhig und durchgeplant wirkt, mit klinisch-sterilen Bildern und ruhiger Kamera arbeitet, beackert DON’T FALL mit einem eher dreckigen Naturlook und unruhiger Kamera die andere Seite des Spektrums. THE BOX, nach einer Vorlage von Jack Ketchum (EVIL), ist auch der originellste Beitrag, auch wenn mir persönlich das Ende zu offen war. Alles andere sind Variationen bekannter Themen. THE BIRTHDAY erinnert an Hitchcocks IMMER ÄRGER MIT BERNIE und kann sich nicht recht zwischen schwarzer Komödie und skurrilem Thriller entscheiden, HER ONLY LIVING SON lässt an ROSEMARY’S BABY denken, nur, dass das “Baby” hier gerade dem Jugendalter entwächst und DON’T FALL variiert den klassischen Werwolf-Stoff inklusive Backwoods-Elementen.

XX_Szene 1
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Was hier nun „besser“ oder „schlechter“ ist, lässt sich gar nicht sagen. Da kein Totalaussetzer enthalten ist, liegt das, wie bei einer Anthologie allgemein üblich, an den persönlichen Vorlieben. Insgesamt bewegt man sich auf einem ordentlichen Level, das z.B. die V.H.S.-Reihe schon gehalten hat. Ein Unterschied dazu ist, dass die Kurzfilme nicht in einem gemeinsamen Kontext stehen und in eine Rahmenhandlung eingebettet wurden. Zwischensequenzen gibt es dennoch, nämlich den bizarren Puppen-Stop-Motion-Film LA CASA TRISTE von Sofia Carrillo.

Das Plakat-/Covermotiv, die Verbindung von roten Lippen als weiblichem Attribut und einem Totenkopf, ist fantastisch gelungen.

XX_Szene 3
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FAZIT
Ordentlich gelungener Horror-Anthologiefilm. Für Fans des Genres bestens geeignet.

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