Lara Möller: Christopher Diecks 2 – Unter dem Eis

Bookshouse, Mesogi (Zypern), Juli 2019
Ebook, epub, Hamburg-Regionalkrimi/Krimi/Thriller, ISBN: 978-9925-33-156-7, 328 Seiten (Print-Ausgabe), 4,99 EUR
Coverfotos: www.shutterstock.com
Umschlaggestaltung: © at bookshouse Ltd.
Das Buch wurde als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.
www.lara-moeller.de
www.bookshouse.de

„Wenige Meter entfernt verschwand eine Person in schwarzer Jacke und heller Hose in einem Hauseingang. Er wartete ab. Wollte sicher sein, dass der Mann nicht wieder aus dem Gebäude kam. Schließlich trat er näher. Schmierereien bedeckten das Klingelbrett. Die Namen der Bewohner standen auf vorgedruckten Schildern, von denen einige übermalt waren. Er machte ein Foto und speicherte den Straßennamen und die Hausnummer in seinem Smartphone. Damit besaß er Bilder der Verdächtigen und kannte das Kennzeichen und die Adresse des Fahrers. Keine schlechte Ausbeute für einen Tag.“

STORY
Eine neue Klientin betritt die Räume der Detektei Kleemayer. Karin Neudorf von Neudorf-Hochtiefbau glaubt, von einem Unbekannten verfolgt zu werden. Möglicherweise ein Mann, mit dem sie einmal eine Affäre unterhalten hat.

Um den Verfolger auszumachen, beschattet Christopher Dieks seinerseits seine Auftraggeberin. Dabei stößt er auf einen Verfolger, den Fr. Neudorf jedoch nicht wiedererkennt. Stattdessen stolpert der Privatdetektiv bei der weiteren Beschattung des Verdächtigen in einen Vermisstenfall, der bald unerwartete Ausmaße annimmt. Und die Spur des Falls führt zurück zu Neudorf-Hochtiefbau.

„Ninas letzte Statusmeldung klang kryptisch. Sie sprach von einem bevorstehenden Ereignis, auf das sie sich unglaublich freue. Davon, dass sich bald alles ändern würde und sie große Pläne für die Zukunft schmiedete. Diese Sätze ließen sich durchaus als Andeutungen auf einen unerwarteten Geldsegen und einen Neuanfang im Ausland interpretieren., Allerdings gehörte eine ordentliche Portion Dummheit dazu, eine Erpressung im Internet anzukündigen.“

MEINUNG
Nach Christopher Dieks erstem, eher unfreiwilligen, Fall als Privatdetektiv ist der Winter in Hamburg eingekehrt. Lara Möllers hemdsärmeliger Protagonist bekleidet inzwischen eine feste Stelle in der Detektei Kleemeyer und sein Privatleben, basierend auf den in Band 1 angestoßenen Entwicklungen, bewegt sich in eine überwiegend positive Richtung. Seine Beziehung mit der bezaubernden Romy ist über einen unverbindlichen Status hinausgewachsen und das Kriegsbeil mit seinem ehemaligen Mitschüler Mark Brenner ist begraben. Nur die Beziehung zu seinem Bruder bleibt weiterhin zerrüttet.

Der Fall Neudorf hält einige überraschende Entwicklungen parat, ohne dass der Plot überkonstruiert wirkt.

Frau Neudorfs Auftrag klingt nach einem Standardfall, wie ihn hunderte Detekteien täglich erhalten. Doch nach und nach zeigt sich, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Verfolger der Geschäftsfrau ist seinerseits verzweifelt. Seine jüngere Cousine Nina, um die er sich gekümmert hat, ist spurlos verschwunden. Dabei war Nina auf einem guten Weg, etwas aus ihrem Leben zu machen, eine Künstlerseele mit realistischen Zukunftsplänen. Doch die Grenze zwischen ihrem Freundeskreis und dem Drogenmilieu der Hansestadt ist dünn. Christopher und Ninas Cousin raufen sich nach anfänglichem Misstrauen zusammen, entwickeln einen gegenseitigen Respekt und eine Verbundenheit, die auf ihrem gemeinsamen Ziel fußt. Unter anderen Voraussetzungen könnten die beiden Männer Freunde sein.

Überhaupt ist es Lara Möllers große Stärke, die Emotionsschiene ihrer Figuren realistisch und für den Leser glaubhaft rüberzubringen. Neben der reinen Detektivarbeit nehmen diese Charaktermomente, ob sie nun indirekt durch den Fall bedingt oder privater Natur sind, einen großen Raum ein. Insgesamt gelingt der Autorin, hier ein angenehmes Gleichgewicht zu finden.

Christopher Dieks ist nach wie vor kein Superheld oder außerordentlich clever und gebildet wie Sherlock Holmes, sondern der loyale und sympathische Ermittler aus der Nachbarschaft, der auch mal Fehler macht und auch einiges einstecken muss.

FAZIT
Sehr gelungener, ungekünstelter Hamburg-Krimi mit überraschenden Entwicklungen und sympathischer Bodenhaftung.

Ein Kommentar

  1. Hat dies auf EXOPHYT rebloggt und kommentierte:
    Dies ist eine der (noch) seltenen Rezensionen zu den Büchern von Lara Möller. Meiner Meinung nach sollte sich das rasch ändern. Warum? Lest die Rezi!

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