Jörg Kleudgen & E.L. Brecht: Der Fluch des blinden Königs

Grusel-Thriller 3 / Dr. Mazarro 1
BLITZ-Verlag, Windeck, November 2020
Taschenbuch, Horror, Mystery, Thriller, keine ISBN, 190 Seiten, 12,95 EUR
Covermotiv: Rudolf Sieber-Lonati, Innenillustrationen: Jörg Kleudgen
https://www.blitz-verlag.de/

Der Fluch des blinden Königs
Auf einer Vortragsreise sind Doktor Egidio „Mazzo“ Mazarro und seine Assistentin Coline Letterie – unterwegs im Auftrag der Glaubenskongregation des Vatikan – gezwungen eine Umleitung zu nehmen, die sie zu fortgeschrittener Stunde durch einige kleine Eifeldörfer führt. Nicht nur die Gestalt eines kleinen Jungen, die plötzlich winkend am Straßenrand auftaucht, auch die gesamte Umgebung rühren etwas im Inneren des Gelehrten. Nach und nach kehrt die Erinnerung zurück, dass er als Kind, auf einer Studienreise mit seinem Onkel, bereits einige Wochen in dieser Gegend verbracht hat. Eine lokale Legende besagt, dass sich im umgebenden Wald die Höhle des blinden Königs befinden soll, der eine Armee von Kindern um sich schart. Nur Mazzaro ist ihm damals entkommen. Je mehr der Doktor diesem, seinem eigenen Rätsel nachgeht, desto stärker verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart.

Das Institut des Schreckens
Kurzfristig erhalten Dr. Mazarro und sein Begleiter Sven Nyary einen neuen Auftrag von der Glaubenskongregation des Vatikan. Am Institut für psychologische Forschung in der Nähe von Frankfurt am Main gehen merkwürdige Dinge vor sich. Im Keller des Gebäudes sollen sich riesige Ratten tummeln, die sogar Menschen angreifen; in den Gängen tauchen angeblich fremde Personen auf, die spurlos wieder verschwinden. Welche Rolle spielt die versteckte Kellertürtür, die noch von dem Friedhofsanlage stammt, auf der das Institut errichtet wurde? Und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Hausmeister, der stets im rechten Moment auftaucht, um das Schlimmste zu verhindern?

MEINUNG
„Der Fluch des blinden Königs“ bietet gleich zwei Abenteuer der Hauptfigur Dr. Egidio Mazarro, einem Sonderbeauftragten des Vatikan. Dabei wird die Figur in der Titelgeschichte gleich mehr oder weniger zufällig mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und muss eine alte Schuld begleichen. Sehr geschickt lassen die Autoren dabei die Zeitebenen miteinander verschwimmen, zunächst subtil, dann immer eindeutiger. Die Story erinnert zwar an Groschenhefte, präsentiert sich aber doch deutlich ausgefeilter ist als die meisten der schnell heruntergeschriebenen Kiosk-Erscheinungen. Der großartig durchgeplanter Plot, die dichte Mystery-Atmosphäre, märchenhafte Einschübe und genau die richtige Dosis Charaktermomente machen dieses erste Mazarro-Abenteuer zu einem absolut gelungenen Grusel-Highlight.

Dagegen fällt „Das Institut des Schreckens“ leider merklich ab. Deutlich konventioneller geht es hier zu Werke, wie ein mittelmäßiger Grusel-Heftroman, der auf etwa die halbe Länge komprimiert ist. So haben weder Story noch Figuren Zeit und Raum, sich im notwendigen Maß zu entfalten. Mazarro und sein Begleiter sind auf Nebenrollen reduziert und stoßen erst im Finale zum eigentlichen Geschehen hinzu. Insgesamt – und besonders im Vergleich zur Titelgeschichte – eher flach, fantasielos und atmosphärisch mau.

Wie bei allen aktuellen BLITZ-Veröffentlichungen ist das Taschenbuch nur direkt über den Verlag erhältlich, das E-Book über alle bekannten Plattformen.

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