Ian Rolf Hill: Die Krähenfrau

John Sinclair 2112
Bastei Verlag, Köln, 29.12.2018
Heftroman, Horror/Thriller, keine ISBN, 68 Seiten, 1,90 EUR
Covermotiv: Joe Therasakdhi/shutterstock
http://www.florian-hilleberg.net/
http://www.bastei.de/
https://www.john-sinclair.de/

STORY
John Sinclair erhält einen Anruf von Dr. Peterson, die der Geisterjäger während des Falls „Gespensterreigen“ (JS 2001) kennengelernt hatte. Auf ihrer Station im St. Mary‘s Hospital liegen zwei Teenager, die nach ihren nicht vorhandenen Vitalzeichen und ihrer Gehirn(in)aktivität eindeutig tot sein müsste. Doch machen die Körper keinerlei Anstalten, in den Zustand des Verfalls und der Zersetzung überzugehen, wie es normale Leichen zu tun pflegen.

Die Beamten ermitteln in der Clique der beiden und stoßen auf einen Dämon, der die Jugendlichen über WhatsApp bedroht.

MEINUNG
Möglicherweise diente neben der realen „Momo-Challenge“ (eine Horrorfigur namens Momo stellt Jugendlichen Aufgaben per WhatsApp, bis hin zum Selbstmord) auch der J-Horror-Hit „Ring“ als Ideenlieferant für „Die Krähenfrau“. Einige Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen; vor allem die tragische Geschichte, die hinter dem Handy-Spuk steckt, erinnert an Samaras (aus „Ring“) Schicksal.

Die Story kommt sehr flott in Gang, im Vergleich zu den meisten anderen JS-Romanen, wo die Herrn Geisterjäger erst nach einer ausführlichen Exposition ins Spiel kommen.  So nutzt der Autor den Raum, unter anderem auf die Familien der „scheintoten“ Teenager und der anderen Cliquenmitglieder einzugehen. Ein Besuch im Rahmen der Befragungen erweist sich dabei als besonders bitter und ist von Hill sehr eindringlich geschildert. Das ist eigentlich der effektivste Horror-Moment dieser Story, ganz ohne dass ein Geist oder Dämon bemüht werden muss.

Dazu ist der Roman wieder behände und souverän erzählt und kann als alleinstehender Fall der Woche auch von Gelegenheitslesern bedenkenlos konsumiert werden. Einen schönen Running-Gag gibt es in Sachen „Momo“, so dass „Die Krähenfrau“ nicht komplett in Schwermut badet. Dennoch hinterlässt der Roman wegen des sehr realen Themas, das hier als Auslöser der Ereignisse dient, ein nachdenkliches Gefühl beim Leser.

FAZIT
Kurzweiliger Fall der Woche, der das Internet Phänomen „Momo“ in die John Sinclair-Welt überträgt.

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