Matthias Ernst: Tödliche Dekadenz

Kriminal Tango 6 (Hrsg.: Alisha Bionda)
Arunya-Verlag, Köngen, Juni 2020
eBook, Krimi/Novelle, ASIN: B08BG1CRF7, 81 Seiten (Printausgabe), 2,99 EUR
Cover- und Innengrafik: Shikomo
https://www.matthias-ernst-autor.de/
http://www.arunya-verlag.de/

STORY
Kriminalhauptkommissarin Cornelia Liebengrün und ihr Kollege Mike Kowalski werden an einen nicht eben alltäglichen Tatort gerufen. Otto Weber, seines Zeichens Wurstfabrikant und zweiter Bürgermeister von Untermeierbach, wurde mit mehreren Messerstichen im örtlichen Swingerklub getötet. Während der Zeugenbefragungen muss Cornelia feststellen, dass sie nicht nur die maskierten Anwesenden alle persönlich kennt, sondern dass jeder ein Motiv gehabt hätte, Weber zu töten.

MEINUNG
Krimiautor Matthias Ernst, der bereits einige Schwaben-Lokalkrimis u.a. bei Emons und Ullstein Midnight veröffentlicht hat, legt mit „Tödliche Dekadenz“ eine knackige Krimi-Novelle in Anlehnung an Agatha Christie, gepaart mit trockenem Humor vor.

Nach dem anfänglichen Schrecken baut sich bald ein angenehmer Humor-Grundlevel auf, nämlich wenn die Ermittlerin nach und nach feststellen muss, wer sich alles hinter den Masken verbirgt, mit denen die Besucher ihre Identität verschleiern. Autor Matthias Ernst schafft es allerdings, dies nie in Albernheit oder Slapstick abrutschen zu lassen.

Nach und nach wird deutlich, dass jeder der Anwesenden ein Motiv für die Tat hatte, von politischen Ambitionen über Nachbarschaftsstreit bis hin zu lange schwelenden alten Animositäten. Doch ebenso hat jeder der Befragten auch ein Alibi, das von anderen Anwesenden oder der Videoaufzeichnung des Clubs bestätigt wird.

Was in einem vollständigen Roman bestimmt deutlich mehr Raum und Laufarbeit in Anspruch genommen hätte, wird hier sehr schnell aneinandergereiht. So sind alle Verdächtigen noch vor Ort und Hauptkommissar Kowalski, ohnehin mit geballtem Filmwissen gesegnet, wirft sogar das „Mord im Orientexpress“-Motiv (alle sind am Mord beteiligt und decken sich gegenseitig) in den Raum.

Auch die Auflösung erfolgt sehr schnell; Cornelia erkennt die Diskrepanz in den Beweismitteln und Zeugenaussagen und findet so das Zeitfenster für den Mord.

Der Novellenlänge ist geschuldet, dass hier alles sehr schnell und komprimiert vonstattengeht. Trotzdem gelingt es Matthias Ernst auch in dieser Kürze eine gute Figurenzeichnung vorzulegen und die angenehme Waage zwischen Spannung und Humor zu halten. Als Appetizer für die Romane des Autors ist „Tödliche Dekadenz“ auf jeden Fall eine Empfehlung.

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